Entführungsfall
Hausdurchsuchung: Hat Werner C. weitere Kinder missbraucht?

Nach dem Auffinden des vermissten 12-Jährigen in Düsseldorf prüfen die deutschen Ermittler Hinweise auf mehr mögliche Missbrauchsfälle in der Wohnung des Tatverdächtigen. Nachbarn hätten von weiteren Kindern oder Jugendlichen gesprochen, sagte ein Polizeisprecher.

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Die deutsche Polizei sucht in der Wohnung des Tatverdächtigen nach Hinweisen auf mehr mögliche Missbrauchsfälle. (Symbolbild)

Die deutsche Polizei sucht in der Wohnung des Tatverdächtigen nach Hinweisen auf mehr mögliche Missbrauchsfälle. (Symbolbild)

Keystone

Diese Aussagen müssten aber noch bewertet werden. Der Mann, ein gelernter Koch, sei wegen kleinerer Betrugsdelikte vorbestraft, nicht aber wegen Sexualstraftaten oder Missbrauchs, sagte der Polizeisprecher am Dienstag.

Noch in dieser Woche soll die zuständige Düsseldorfer Staatsanwaltschaft die Ermittlungsakten der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft erhalten. Derzeit würden die Protokolle zur Festnahme des Mannes und der Durchsuchung seiner Wohnung gesichtet, teilte Oberstaatsanwalt Alexander Badle am Dienstag in Frankfurt mit. Die Generalstaatsanwaltschaft in der Main-Metropole ist zuständig für Rechtshilfeersuchen in Sachen Computerkriminalität.

Acht Tage nach seinem Verschwinden aus Gunzgen SO war der Junge in der Düsseldorfer Wohnung des Mannes entdeckt worden. Ein Spezialeinsatzkommando befreite den Zwölfjährigen in der Nacht auf Sonntag aus der Wohnung des Tatverdächtigen. Der Knabe war äusserlich unversehrt und befindet sich wieder bei den Eltern.

Der Mann sitzt seit Montag in Untersuchungshaft. Gegen den 35-jährigen Deutschen wird wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, des Besitzes kinderpornografischer Schriften und wegen Freiheitsberaubung ermittelt.

Die Solothurner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Entführung. Dieses bereits vergangenen Woche eröffnete Verfahren wird unabhängig von den Ermittlungen der deutschen Justizbehörden weitergeführt.

Da es sich beim Beschuldigten um einen deutschen Staatsangehörigen handelt, wird er nicht an die Schweiz ausgeliefert. Er wird sich daher vor einem deutschen Gericht verantworten müssen.

(28.06.2016)