Gemeindefusion
«Hausaufgaben» für Bürger

Es ist nicht nur der Strassenunterhalt, der in Leimiswil im Zusammenhang mit den Fusionsabklärungen mit Kleindietwil und Madiswil zu diskutieren gibt. An der Gemeindeversammlung gab es viele Fragen.

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Madiswil

Madiswil

Keystone

Jürg Rettenmund

«Wir sind noch gerade eine attraktive Braut», gab Gemeindepräsident Roland Binz an der Gemeindeversammlung von Leimiswil zu bedenken. Der Eindruck, das solide Eigenkapital mache keine Fusion nötig, täusche. So sei die Einwohnerzahl in den letzten Jahren von rund 460 auf aktuell 413 zurückgegangen. «Damit werden auch die Steuereinnahmen zurückgehen.»

Binz machte auch auf die Schwierigkeit aufmerksam, Mitglieder für die Behörden zu finden. «Wer will sich noch für unsere Gemeinde engagieren?», fragte er in die Runde und gab zu bedenken, dass auch das Dorf Leimiswil in der Gemeinde Madiswil auf engagierte Bewohner angewiesen sein wird.

«Den höheren Unterhaltsbeitrag für die Privatstrassen mussten die Vertreter von Leimiswil erkämpfen», stellte Binz fest. Bisher bezahlte Leimiswil 100 Prozent, Madiswil 50 Prozent. Ursprünglich sei man in den Fusionsabklärungen von einer Vereinheitlichung auf dem Niveau von Madiswil ausgegangen; der Kompromissvorschlag liegt nun bei zwei Dritteln.

Keine Garantie auf ewig

An ihrer Gemeindeversammlung lösten die Fusionsunterlagen im Vergleich mit den beiden andern Gemeinden die intensivste Diskussion aus. Auch die Zukunft der Vereinslokale im Schulhaus ist ihnen ein wichtiges Anliegen. Eine Garantie auf ewig könne ein Fusionsvertrag nicht geben, machte Heinz Berger, der externe Berater, klar.

Um so wichtiger sei es, noch jetzt günstige Voraussetzungen zu schaffen, wurde aus der Versammlung gefordert. Etwa, indem die in die Jahre gekommene Heizung saniert oder die Übernahme der Liegenschaft durch eine Leimiswiler Trägerschaft geprüft wird.

Dieses Anliegen unterstützte Roland Binz. Er rief die Leimiswiler dazu auf, sich bereits in der Vernehmlassung bis Ende August zu äussern. «Und dann haben wir bis am 12. Dezember eine Hausaufgabe.» An diesem Tag entscheiden alle drei Gemeindeversammlungen über die Fusion. Bis dann gelte es für jeden einzelnen, die Unterlagen zu studieren, um einen fundierten Entscheid fällen zu können.

Die übrigen Geschäfte der Versammlung waren unbestritten. Die Rechnung schliesst bei einem Umsatz von 1,58 Millionen Franken praktisch ausgeglichen ab (Gewinn von 16 700 Franken). Budgetiert war ein Defizit von 165 500 Franken. Die Verbesserung resultierte vor allem aus höheren Steuererträgen. 54 von 334 Stimmberechtigten (16,2 Prozent) nahmen an der Versammlung teil.