Schweizer des Jahres

Hat Pascale Bruderer den «Swiss Award» nicht verdient?

SP-Nationalrätin Pascale Bruderer gewinnt den «Swiss Award» und zieht damit den Zorn des SVP-Nationalrates Alfred Heer auf sich. Dieser ist der Ansicht, dass die Wahlen «getürkt» sind.

Die Aargauer SP-Politikerin Pascale Bruderer wurde am Wochenende mit dem «Swiss Award» in der Kategorie «Politik» ausgezeichnet.

SVP-Hardliner Alfred reichte dies für einen Rundumschlag. In der Sendung «Talk Täglich» von Tele Züri freute sich der SVP-Nationalrat über den Sieg von Bruderer. Der Grund: Die Wahl zementiere, dass diese Wahlen «getürkt» seien. Gegenüber «20minuten» präzisiert Heer dann seine Aussagen. «Die Jury war getürkt, da sie nicht nur, aber vornehmlich aus Linken und Netten besteht».

Bruderer sass im Wahlgremium

Darüber hinaus weist Heer daraufhin, dass Bruder vor einem Jahr selber Jury-Mitglied gewesen ist. Ausserdem beklagt sich Heer darüber, dass es im Verhältnis zur Grösse der SVP viel zu wenig SVP-Mitglieder in die Vorrunde des Awards schafften. Pascale Bruderer selbst wollte auf Anfrage gegenüber der az zu den Vorwürfen des SVP-Exponenten keine Stellung nehmen.

Tatsache ist jedoch: Pascale Bruderer ist seit 18 Monaten nicht mehr Jury-Mitglied des «Swiss Award». Zudem gehören vier der neun Sieger in der Sparte Politik der SP an. 2002 erhielten Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss, 2003 Bundesrätin Micheline Calmy-Rey und 2004 Jean Ziegler den Preis. Bruderer folgte dieses Jahr.

Ineichen wurde 2009 ausgezeichnet

2009 wurde Otto Ineichen von der FDP mit dem Preis ausgezeichnet. 2005 und 2006 gingen die FDP-Exponenten Dick Marty und Carla Speziali als Sieger hervor. 2008 erhielt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf den «Swiss Award» - ganz zum Ärger der SVP. Und 2007 wurde die ehemalige Bundesanwältin Carla Del Ponte geehrt. (muv)

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