Merenschwand
Hannes Küng hat es geschafft

Mit 360 Stimmen entschied Hannes Küng den zweiten Wahlgang in Merenschwand zu seinen Gunsten. Mitbewerberin Esther Bachmann (SVP) erzielte nur 198 Stimmen.

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Hannes Küng

Hannes Küng

Aargauer Zeitung

Lukas Schumacher

Die Komplettierung des Gemeinderats Merenschwand lockte 573 der 1534 Stimmberechtigten an die Urne. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 37,4 Prozent. Von den 573 eingereichten Wahlzetteln waren 13 leer und 2 ungültig; zur Auszählung gelangten also 558 Wahlzettel. Auf nicht weniger als 360 Zetteln stand der Name des CVP-Kandidaten Hannes Küng.

Mitkonkurrentin Esther Bachmann von der SVP erhielt 198 Stimmen und somit 162 weniger. Der klare Wahlsieger Hannes Küng erbt nun den Sitz des zurückgetretenen SVP-Gemeinderates Toni Grob.

«Bin sehr zufrieden»

Der gewählte 50-jährige Architekt Hannes Küng nahm das Wahlresultat mit Genugtuung zur Kenntnis: «Ich bin selbstverständlich sehr zufrieden. Mit diesem komfortablen Ergebnis war nicht zu rechnen.» Was hat den Ausschlag zu seinen Gunsten gegeben? «Mein recht grosser Bekanntheitsgrad spielte eine Rolle», meinte Küng, «auch die Vakanz im Bauressort sprach wohl für mich. In unserer Gemeinde stehen wichtige öffentliche Bauvorhaben an.» Hier wolle er mithelfen.

Zumindest bis Ende 2009 - im Herbst stehen Gesamterneuerungswahlen an - belegt die CVP nun vier der fünf Sitze im Gemeinderat Merenschwand. Mit Verlaub, macht eine derartige Parteiendominanz Sinn? «Das war so nicht vorgesehen. Ich bin kein stures Parteimiglied, ich gehöre dem christlich-sozialen Flügel der CVP an.»

Besondere Umstände hätten seine Partei und ihn zur Kandidatur bewogen, sagte Küng. Nach dem bescheidenen Wahlergebnis der SVP-Vertreterin in der ersten Runde habe die CVP den Wählern eine Auswahl bieten wollen. Das sei von den Wählerinnen und Wählern honoriert worden.

«Bin sehr enttäuscht»

Die geschlagene SVP-Kandidatin Esther Bachmann reagierte gelassen auf die Niederlage: «Klar, bin ich sehr enttäuscht. Aber die Welt geht nicht unter, das Resultat ist zu akezptieren.» Fortan werde sie sich voll aufs Schulpflegepräsidium konzentrieren, das ihr sehr am Herzen liege.

Nicht gewählt: Esther Bachmann

Nicht gewählt: Esther Bachmann

Aargauer Zeitung

Weshalb hat es nicht zur Wahl gereicht? «Die CVP-Wählerschaft hat mich offensichtlich nicht gewollt», sagte Esther Bachmann, «möglicherweise hatte ich auch Nachteile, weil ich nicht hier aufgewachsen, sondern zugezogen bin.» Im Übrigen hätte einige Dorfbewohner wohl nicht goutiert, dass sie das Schulpflegepräsidium auch als Gemeinderätin ausüben wollte. «Im Kanton Zürich ist das gang und gäbe.»

Bitter und nicht eben fair sei letztlich, dass die CVP Merenschwand ihre stille Wahl in den Gemeinderat bekämpft habe, indem sie nachträglich Hannes Küng ins Rennen schickte. «Der frei gewordene Sitz im Gemeinderat hätte unserer SVP-Lokalpartei gehört.»

Den Kopf in den Sand stecken werde ihre Partei aber keineswegs, sagte Esther Bachmann abschliessend. Man werde jetzt gemeinsam und mit Bedacht die kommunalen Erneuerungswahlen im Herbst vorbereiten.

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