Corona-Virus

«Halten Sie Abstand und bleiben Sie zu Hause» – 6 Massnahmen und 12 Antworten zum persönlichen Schutz vor dem Corona-Virus

Flugblätter zum Coronavirus werden in Stabio an die Glastüre geklebt.

Flugblätter zum Coronavirus werden in Stabio an die Glastüre geklebt.

Um die Ausweitung des neuartigen Corona-Virus zu verlangsamen, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Kampagnen-Stufe von Gelb auf Rot erhöht und hat Verhaltensregeln erlassen.

Seit dieser Woche besteht Gewissheit: In der Schweiz ist es zu den ersten Übertragungen des Corona-Virus innerhalb der Landesgrenzen gekommen. Zwar können die einzelnen Cluster vom BAG noch nachverfolgt werden, eine weitere Übertragung von Mensch zu Mensch innerhalb der Schweiz gilt aber als wahrscheinlich, eine Verbreitung des Virus ist anzunehmen.

Wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt, macht dies einen höheren Schutz, insbesondere vulnerabler Bevölkerungsgruppen, notwendig. Dazu gehören ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG hat daher die Stufe der Corona-Kampagne von Gelb auf Rot erhöht und hat Massnahmen und Verhaltensregeln erlassen. Bereits in der vergangenen Woche hat der Bundesrat aufgrund der aktuellen Situation und der Ausbreitung des Corona-Virus die Situation in der Schweiz als besondere Lage gemäss Epidemiengesetz eingestuft.

Damit Sie sich richtig schützen können, fassen wir die Verhaltens- und Hygieneregeln für Sie zusammen. Auch beantworten wir Ihnen im zweiten Teil des Artikels die 12 wichtigsten Fragen zum persönlichen Schutz vor dem Corona-Virus.

Die sechs wichtigsten Verhaltensregeln:

1. Halten Sie Abstand zu anderen Menschen

«Social Distancing» ist bei der Bekämpfung des Virus äusserst wichtig, damit Risikogruppen geschützt werden können. Dies sind: Personen über 65 Jahre sowie solche mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen, Erkrankungen und Therapien die das Immunsystem schwächen oder Krebs.

Schützen Sie diese also durch genügend Abstand, etwa beim Anstehen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Sitzungen oder aber auch im Alltag im Umgang zum Beispiel mit den Grosseltern.

2. Melden Sie sich zuerst telefonisch bei Ihrem Arzt

Wenn Sie sich krank fühlen (Atembeschwerden, Husten oder Fieber), bleiben Sie zu Hause und kontaktieren Sie telefonisch Ihren Haus- oder Notfallarzt. Informieren Sie Ihren Arzt wenn Sie eine besonders gefährdete Person sind.

Danach werden telefonisch Ihre Symptome erörtert und dann die entsprechenden Massnahmen eingeleitet. Gehen Sie nur von sich aus in die Notfallstation eines Spitals, wenn sich Ihr Zustand verschlimmert und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nicht erreichbar ist.

In diesem Fall müssen Sie die Notfallstation vorher anrufen. Alternativ können Sie auch zuerst noch die medizinische Notfallberatung Ihres jeweiligen Kantons wenden.

3. Händeschütteln vermeiden

Um die Übertragung von Person zu Person zu vermindern, vermeiden Sie Körperkontakt mit anderen Menschen. Achten Sie darauf, ob anderen Personen niesen, halten Sie dementsprechend Abstand. Denn je nachdem, was wir gerade angefasst haben, sind unsere Hände nicht immer sauber. Ansteckende Tröpfchen aus Husten und Niesen können sich an den Händen befinden.

Sie gelangen an Mund, Nase oder Augen, wenn man diese berührt. Vermeiden Sie Begrüssungsküsse und Händeschütteln. Und fassen Sie sich so wenig als möglich ins eigene Gesicht, denn Nase, Mund und Augen sollten besser nicht berührt werden.

4. Niesen Sie sich nicht in die Hände

Vermeiden Sie ein mögliches Übertragungsrisiko, indem Sie nicht einfach in die Luft hinaus oder in Ihre Hände niesen. Verwenden Sie dazu ein Taschentuch oder niesen Sie in Ihre Armbeuge. Wenn Sie in ein Taschentuch niesen, dann entsorgen Sie gebrauchte Taschentücher wenn immer möglich in einem geschlossenen Behälter oder Abfalleimer. Dies vermindert die Möglichkeit, dass sich Viren verbreiten können. Sollten Sie beim Niesen oder Husten doch die Hände benutzen, waschen Sie sie möglichst gleich danach gründlich mit Wasser und Seife. Waschen Sie die Hände nach jedem Husten und Niesen. Wie das geht, sehen Sie hier:

5. Waschen Sie sich Ihre Hände gründlich und so oft als möglich

Regelmässiges Händewaschen vermindert das Ansteckungsrisiko. Waschen Sie sich mehrmals am Tag gründlich mit viel Seife und warmem Wasser die Hände. Wenn Sie nach Hause kommen, bevor und nachdem Sie mit Menschen Kontakt haben, vor dem Kochen und vor dem Umgang mit älteren Menschen sollten Sie die Hände waschen. Gutes und gründliches Händewaschen dauert nach Richtwert des BAG mindestens 20 Sekunden. Denn auf die richtige Methode kommt es an. Seife allein genügt nicht, um die Keime unschädlich zu machen. Nur wenn man richtig einseift, reibt, abspült und trocknet, schafft man das. Wie das geht, sehen Sie hier:

6. Bleiben Sie bei Krankheit zu Hause

Nicht jeder Schnupfen oder jedes Husten bedarf akuter medizinischer Behandlung. Das BAG pocht dabei auf Eigenverantwortung. Wer sich krank fühlt, soll zu Hause bleiben und, wenn nötig, den Haus- oder Notfallarzt zuerst telefonisch kontaktieren.

Wenn Sie sich kränklich fühlen, vermeiden Sie den Kontakt zu anderen Menschen und gehen Sie bitte nicht gleich direkt zum Arzt oder ins Spital.

Bleiben Sie zu Hause und nehmen Sie in jedem Fall zwingend zuerst telefonischen Kontakt auf.

Die 12 wichtigsten Antworten zum Corona-Virus:

1. Wo erhalte ich Informationen?

Mit den Hygiene- und Verhaltensregeln gilt es nun, sich selbst und andere möglichst vor einer Ansteckung mit dem neuen Corona-Virus zu schützen. Personen, die sich weiter über das Virus informieren wollen, Kampagnenmaterial herunterladen möchten oder Fragen haben, konsultieren die designierte Website des BAG: https://www.bag-coronavirus.ch oder kontaktieren die BAG-Infoline «Coronavirus» unter +41 58 463 00 00. Das BAG ist täglich 24 Stunden erreichbar.

2. Wie wird das neue Corona-Virus überhaupt übertragen?

  1. Bei engem und längerem Kontakt: Wenn man zu einer erkrankten Person länger als 15 Minuten weniger als 2 Meter Abstand hält.
  2. Durch Tröpfchen: Niest oder hustet die erkrankte Person, können die Viren direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen von anderen Menschen gelangen.
  3. Über die Hände: Ansteckende Tröpfchen aus Husten und Niesen können sich an den Händen befinden. Sie gelangen an Mund, Nase oder Augen, wenn man diese berührt.

Viren überleben einige Stunden in winzigen Tröpfchen auf Oberflächen wie Türklinken, Haltevorrichtungen, Liftknöpfen, etc. Ob man sich anstecken kann, wenn man solche Oberflächen anfasst, und danach Mund, Nase oder Augen berührt, ist zurzeit nicht klar.

3. Ich habe Angst, mich bei der Arbeit anzustecken. Darf ich zu Hause bleiben?

Sie dürfen nur zu Hause bleiben, wenn eine behördliche Anweisung vorliegt. Ansonsten handelt es sich um unbegründete Arbeitsverweigerung, der Arbeitgeber kann dabei Lohnfortzahlungen verweigern oder Ihnen, wenn Sie länger zu Hause bleiben, fristlos kündigen. Einzige Ausnahme: Der Arbeitgeber trifft keine Massnahmen zum Schutz des Personals oder hält ­Hygienevorschriften nicht ein. In diesem Falle darf die Arbeit verweigert werden und der Arbeitgeber muss weiter Lohn auszahlen.

4. Ich wurde unter Quarantäne gestellt. Bekomme ich weiter Lohn?

Ja. Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne besteht für den Arbeit­geber Lohnfortzahlungspflicht.

5. Wann soll ich mein Kind nicht mehr zur Schule schicken?

Sobald ein Kind Krankheitssymptome aufweist, sollte es zu Hause bleiben und den Unterricht erst wieder besuchen, wenn es vollständig gesund ist.

6. Ein Gspänli meines Kindes ist in Quarantäne. Muss mein Kind jetzt auch in Quarantäne?

Nein. In Quarantäne kommt nur, wer engen Kontakt zu einem bestätigten Fall hat (Distanz unter zwei Meter und Kontaktdauer länger als 15 Minuten).

7. Wenn ein Kind unter Quarantäne ist, soll ich dann die Grosseltern fragen, ob sie sich um mein Kind in Quarantäne kümmern können, damit ich arbeiten kann?

Nein. Das Kind in Quarantäne sollte nicht von Grosseltern oder über 65- jährigen Personen betreut werden. Laut Kanton muss ein Elternteil als betreuende Person zu Hause bleiben. Der andere Elternteil und Geschwister dürfen aber normal zur Arbeit beziehungsweise zur Schule gehen. Bei sehr engen räumlichen Verhältnissen darf die ganze Familie zu Hause bleiben. Dieser Entscheid liegt bei den Eltern.

8. Mein Vater ist im Pflegeheim. In seinem Alter ist er besonders gefährdet. Soll ich ihn noch besuchen?

Sie können ihn weiterhin besuchen. Der Kanton empfiehlt aber, dass Personen, die sich bis 14 Tage vor dem Besuch in einem Alters- oder Pflegeheim in einem Risikogebiet – China, Südkorea, Singapur, Iran, Italien (Lombardei, Veneto, Piemont) – aufgehalten haben oder Krankheitssymptome aufweisen, keine Besuche machen. Würde sich eine Bewohnerin oder ein Bewohner mit dem Corona-Virus anstecken, würde die Person isoliert und ein Besuchsverbot für das Heim erlassen. Darüber würden Sie als Angehöriger informiert.

9. Was soll ich tun, wenn mein Hausarzt mir keinen Termin geben will oder sagt, er sei überlastet?

Dass der Hausarzt überlastet ist, kann vorkommen. «Das hat aber nichts mit dem Corona-Virus zu tun, sondern generell mit dem Ärztemangel», sagt Jürg Lareida, Präsident des Aargauischen Ärzteverbandes. Wenn Sie im Krankheitsfall Ihren Hausarzt nicht erreichen, können Sie sich alternativ an die medizinische Notfallberatung Ihres jeweiligen Kantons wenden.

10. Ich wollte Handdesinfektionsmittel kaufen. Aber es ist fast überall ausverkauft. Was soll ich tun?

Desinfektionsmittel ist kein Muss, um sich vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus zu schützen. Es hilft bereits, wenn Sie regelmässig und gründlich die Hände mit Seife waschen. Gemäss Angaben des Bundes werden sich die Engpässe bei Desinfektionsmitteln in den nächsten Tagen ausserdem entspannen. Apotheken haben zudem angefangen, selber Desinfektionsmittel herzustellen.

11. Im Internet, zum Beispiel auf der Online-Plattform Ricardo, wird literweise Desinfektionsmittel angeboten. Soll ich mich dort eindecken?

Lukas Korner, Präsident des Aargauischen Apothekerverbandes, sagt, er würde das nicht tun. Die Preise seien zum Teil massiv überhöht. Bei ihm würden 100 ml Sterilium (das im Moment ausverkauft ist) 6.80 Franken kosten. Auf Ricardo findet man ein solches Fläschchen für 15 Franken. Laut Korner bringt es auch nichts, einen halben Liter oder gar Liter Desinfektionsmittel zu kaufen. Für den alltäglichen Gebrauch reiche ein kleines Fläschchen.

12. Brauche ich eine Maske, um mich zu schützen?

Wenn Sie gesund sind, schützt sie eine Maske nicht zuverlässig vor einer Ansteckung. Bei Erkrankten hingegen können Masken die Weiterverbreitung deutlich reduzieren. Wer Kontakt zu einer infizierten Person hat, zum Beispiel eine Pflegefachperson im Spital, muss zum Schutz vor einer Ansteckung eine spezielle Maske tragen.

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