Haiti

Haiti bleibt ruhig nach Aus für Kandidatur von Musiker Wyclef Jean

Wyclef Jean hat die letzten fünf Jahre nicht in Haiti gewohnt

Wyclef Jean hat die letzten fünf Jahre nicht in Haiti gewohnt

Im Karibikstaat Haiti sind nach dem Aus für die Präsidentschaftskandidatur von Hip-Hop-Star Wyclef Jean befürchtete Ausschreitungen ausgeblieben. UNO-Friedenstruppen patrouillierten am Sonntag in der Hauptstadt Port-au-Prince, Zwischenfälle wurden jedoch nicht gemeldet.

Die UNO-Mission in Haiti hatte die Bewohner Haitis zuvor zur Ruhe aufgerufen. Die UNO-Blauhelmsoldaten, die im Rahmen eines Stabilisierungseinsatzes in dem Karibikstaat stationiert sind, appellierten in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung an die politischen Parteien, ihre Anhänger dazu anzuhalten, sich mit "grösster Gelassenheit und Achtung vor dem Wähler" zu verhalten.

Kandidatur abgelehnt

Die Wahlkommission hatte am Freitagabend mitgeteilt, dass der international bekannte Musiker Jean nicht für das Amt des Präsidenten in Haiti kandidieren darf.

Den Angaben zufolge stellte die Kommission fest, dass Jean vor seiner Bewerbung nicht wie vom Gesetz gefordert fünf Jahre in Folge in Haiti gelebt hat. Wyclef Jean,der frühere Frontmann der Hip-Hop-Band The Fugees, verbrachte seine Kindheit in Haiti, bevor er als Neunjähriger mit seiner Familie in die USA zog.

Der bisherige Staatspräsident René Préval hat den Star zuletzt zum Sonderbotschafter des Landes ernannt. Jean ist vor allem bei der Jugend in seiner Heimat beliebt, weshalb ihm gute Chancen bei einer Präsidentschaftskandidatur eingeräumt worden waren. Das Aus seiner Kandidatur hatte die Befürchtung ausgelöst, dass es zu Ausschreitungen kommen könnte.

Jean akzeptiert Ausschluss

Die Reaktionen in der Hauptstadt waren gedämpft. Auch in den Vierteln von Port-au-Prince, in denen Jean grosse Beliebtheit geniesst, blieb es am Wochenende ruhig. "Er ist ein guter Künstler, aber ich glaube nicht, dass er das Land führen kann", sagte der Coiffeur Saurel Jean-Jacques.

Jean will gegen die Ablehnung seiner Kandidatur in Berufung gehen. Seine Anwälte würden am Montag gegen den Entscheid Rechtsmittel einlegen, schrieb der 38-jährige Star am Sonntag auf seiner Seite bei Twitter, einem Internetdienst für Kurzbotschaften. Er erfülle alle Zulassungskriterien.

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