Landwirtschaft

Hälfte der Milchbauern in der Schweiz droht Aufgabe

Milchbauern kämpfen um die Existenz

Milchbauern kämpfen um die Existenz

Seit dem Ende der Milchkontingentierung kämpfen viele Milchbauern ums Überleben. Der Milchpreis ist so tief wie nie. Wenn er sich nicht bald erhole, werde die Hälfte der Milchbauernbetriebe verschwinden, sagte Josef Kunz, Präsident des Bäuerlichen Zentrums Schweiz (BZS).

Der Luzerner SVP-Nationalrat Kunz machte diese Aussage in der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens vom Abend. Mehr als 30 Jahre lang durften die Bauern nur eine gewisse Menge Milch produzieren, erhielten aber als Gegenleistung für die Milch einen guten Preis bezahlt.

Seit dem 1. Mai ist dies vorbei. Die gesetzlich vorgeschriebene Milchkontingentierung wurde auf dieses Datum hin abgeschafft. Jeder darf soviel produzieren wie er will. Das Resultat: Es wird viel mehr Milch produziert als früher.

Der Milchpreis ist so tief wie noch nie. Gerade mal 58 Rappen erhalten die Milchbauern zurzeit pro Kilogramm. Im letzten Oktober stand der Milchpreis noch bei 84 Rappen pro Kilogramm.

Die Milchpreise passen sich immer mehr denjenigen der EU-Staaten an. In vielen EU-Ländern erhalten die Bauern nicht einmal mehr 40 Rappen pro Kilogramm.

Um die Milchpreise zu stabilisieren, versuchte die Organisation Schweizer Milchproduzenten (SMP), die Milchbauern zu einem gemeinsamen Vorgehen zu bewegen. Eine Mengenregelung auf freiwilliger Basis hätte den Druck auf die Abnehmer erhöht. Viele Bauern und Organisationen wollen sich aber nicht einbinden lassen.

SMP-Direktor Albert Rösti sagte in dem "Tagesschau"-Beitrag, die Abschaffung der Milchkontingentierung habe zu einer Mehrproduktion von sieben Prozent geführt. "Das drückt natürlich enorm auf den Preis."

Auf die düstere Prognose von BZS-Präsident Kunz angesprochen, dass 50 Prozent der rund 27 000 Milchproduzenten aussteigen müssten, sagte Rösti: "Bei weiter sinkenden Preisen ist dieses Szenario absolut realistisch."

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