Cyberangriff

Hacker greifen SVP-Webseite an und knacken Datenbank

SVP-Parteiexponenen: Toni Brunner, Christoph Blocher und Albert Rösti dürften kaum in Freude ausbrechen über den Cyberangriff.

SVP-Parteiexponenen: Toni Brunner, Christoph Blocher und Albert Rösti dürften kaum in Freude ausbrechen über den Cyberangriff.

Eine Hackergruppe hat sich offenbar Zugang zur Webseite svp.ch verschafft. Zudem haben sich die Hacker zu mehreren Cyberangriffen auf Webshops und die SBB von dieser Woche bekannt.

Hackern haben sich Zugriff zur Webseite der SVP und damit zu verschiedenen Daten wie E-Mail-Adressen verschafft. Das berichtet inside-channels.ch.

Dahinter steckt eine Gruppe mit der Bezeichnung NSHC. Sie habe sich bei der Redaktion von inside-channels.ch gemeldet. Die Schweiz sei nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt. Das haben die Hacker zeigen wollen. «Wir wollen die Schweiz wachrütteln und sicherer machen», schrieben sie in einem Bekennerschreiben. 

Die Daten sollen aber nicht veröffentlicht werden. Auch an Erpressung denken die Hacker nicht. 

Von der SVP-Datenbank haben die Hacker fast 50'000 E-Mail-Adressen, Namen sowie Mailinglisten kopiert. Diese Daten würden auch der Redaktion von inside-channels.ch vorliegen. Dagegen wollte die stellvertretende Generalsekretärin Silvia Bär auf Anfrage von 20min.ch nichts dazu sagen. 

Die SVP sei am Mittwoch auf den Angriff aufmerksam geworden. Für die Partei kam dieser aus dem Nichts. Sie kläre nun ab, was genau passiert ist. 

Die Gruppe ist laut dem Bekennerschreiben eigenen Angaben auch verantwortlich für einen Teil der Cyber-Angriff auf Schweizer Onlineshops. Die sogenannten DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) gegen Interdiscount, Microspot und die SBB gingen auf Ihr Konto.

«Wir können uns nicht sicher sein, ob es eine solche Gruppe gibt, oder ob sie wirklich für die Angriffe verantwortlich ist», sagt Michael Küng, Redaktor von «inside-it» zum Newsportal watson.ch über die Angriff auf die Unternehmen. 

Zum Angriff auf die SVP sagt Küng: «Es ist nicht schwer, einen solchen Server zu hacken.» Auch «inside-it» sei vor kurzem Zielscheibe von Cyber-Angriffen gewesen. «Diese Angriffe waren sehr viel schwerwiegender. Wir haben ein gutes Sicherheitssystem, es konnte seit zwölf Jahren nicht mehr gehackt werden. Die Person, die uns kontaktiert hat, hat uns versichert, dass sie nicht hinter diesem Angriff steckt. Sie hätten nichts gegen uns.»

So läuft eine DDoS-Attacke ab

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Hacker greifen Webseiten mit DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) an. So funktionieren diese Cyberattacken. 

Die Hackergruppe ordnet sich zu den «Grey Hat»-Hackern zu. Im Hackerjargon bezeichnet das jene, die illegal in Systeme eindringen, das aber mit der guten Absicht rechtfertigen, darauf auf einen Missstand hinweisen zu wollen.

Als White Hats («Weiss-Hüte») werden jene verstanden, die sich innerhalb der legalen Grenzen bewegen. Als «Black Hats» jene, die mit krimineller Energie handeln, Schaden anrichten oder Daten stehen wollen. (pz)

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