Untere Emme

Haben sich die Wogen geglättet?

Dorfmattschulhaus: An der Gemeindeversammlung vom 2. Juni entscheidet die Gemeinde Bätterkinden über die Gründung des Schulverbandes Untere Emme. (Bild: Felix Gerber)

Schulverband Untere Emme

Dorfmattschulhaus: An der Gemeindeversammlung vom 2. Juni entscheidet die Gemeinde Bätterkinden über die Gründung des Schulverbandes Untere Emme. (Bild: Felix Gerber)

Die letzte Bätterkinder Gemeindeversammlung stellte das Traktandum «Gründung Schulverband Untere Emme» zurück. Am 2. Juni wird über dieses Geschäft nochmals abgestimmt. Vorgängig fand eine weitere Informationsveranstaltung statt.

Rita Schneider

Zu viele Unklarheiten, zu wenig Fakten: Dies befand an der Dezember-Versammlung die Mehrheit der anwesenden Bätterkinder Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die allfällige Gründung des Schulverbandes Untere Emme. Das Geschäft wurde mit dem Auftrag, weitere Abklärungen vorzunehmen, zurückgewiesen.

Damit scherte Bätterkinden als einzige der vier Gemeinden aus. In Utzenstorf, Wiler und Zielebach wurde die Verbandsgründung mit jeweils klaren Mehrvoten angenommen. Nach dem vorläufigen Nein aus Bätterkinden wurde schon bald klar, dass die drei anderen Gemeinden notfalls auch einen Dreierverband gründen würden. Bätterkinden wäre mit dieser Lösung dann aussen vor.

Vieles spricht für Beitritt

Gemeindepräsidentin Rosmarie Habegger (SVP) konnte nun an der neuerlichen Info-Veranstaltung etliche Fakten auf den Tisch legen. «Es geht nicht darum, Kosten zu sparen, es geht um die Kinder», eröffnete sie die Veranstaltung. Unbeständige und kaum berechenbare Schülerzahlen machten eine Planung schwierig. Grafiken verdeutlichten diese Aussage.

In den letzten sieben Jahren war bei den Kinderzahlen ein deutlicher Abwärtstrend auszumachen. Dieser wurde im Jahr 2008 mit einer Schülerzunahme von 21 Kindern erstmals durchbrochen. Besuchten in Bätterkinden 2001 324 Kinder die Schule, sank diese Zahl 2007 bis auf 280, um sich im Folgejahr wieder auf 301 Kinder zu steigern.

Eine Schulplanung sei unter diesen Umständen auf längere Frist nicht möglich, berichtete Rosmarie Habegger. Kopfzerbrechen macht vor allem die Planung an der Oberstufe. Bis jetzt konnte Bätterkinden mit den Sekundarschülern aus Wiler rechnen.

Fallen diese bei einem Sologang von Bätterkinden weg, wird die Situation brenzlig. Mischklassen an der Real- und Sekundarstufe müssten wohl in Kauf genommen werden. Habegger betonte - und hier schienen Ängste geschürt worden zu sein - dass in Utzenstorf bei einer Verbandsgründung kein Oberstufenzentrum geplant sei. Ganz klar wurde auch dargelegt, dass die Unter- und Mittelstufe wenn immer möglich in der Wohnortsgemeinde geführt wird.

Kosten sind doch ein Thema

Auch wenn Rosmarie Habegger beteuerte, dass die Kosten bei der Verbandsgründung keine Rolle spielten, bei den Anwesenden war dies trotzdem ein Thema. Diesbezügliche Fragen wurden mit dem ausgearbeiteten Kostenvergleich beantwortet.

Dieser zeigt auf, dass die Kosten pro Schüler und Klasse an der Primar- und Sekundarstufe im Verband sinken werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der Kanton bei der Lehrerbesoldung künftig einen neuen Verteilschlüssel anwenden wird.

Bei diesem werden die Bevölkerungs-, die Schüler- und die Klassenzahl in die Berechnung einbezogen. Bei dieser Abgeltung hat der Schulverband eindeutig die besseren Karten, als bei einem Alleingang von Bätterkinden.

Thomas Kellenberger konterte diese Aussagen damit, dass - wenn in Bätterkinden Klassen geschlossen würden - auch hier die Kosten sänken. Damit würde aber auch das Bildungsangebot kleiner, und dies hätte unwillkürlich auch Auswirkungen auf die Klassen mit besonderen Massnahmen (Einführungs- und Kleinklassen).

Urs Schumacher, Präsident des Kleinklassenverbandes Untere Emme, bekräftigte, dass dieser Verband aufgelöst werde und bei einem Alleingang von Bätterkinden hier die besonderen Fördermassnahmen neu aufgebaut werden müssten.

Ruhige Stimmung

Im Unterschied zur Info-Veranstaltung im vergangenen Jahr war deutlich zu merken, dass sich die Wogen kontra Schulverband geglättet haben. Unsicherheiten und Zweifel bestehen immer noch, aber das Klima hat sich deutlich gebessert. «In Bätterkinden haben wir eine der ältesten Sekundar-schulen des Kantons. Unsere Vorfahren hatten Mut, eine zukunftsorientierte Vision umzusetzen», informierte Ernst Stalder.

Den gleichen Mut wünscht sich Stalder nun auch bei der Umsetzung des Schulverbandes Untere Emme. Bei einem Alleingang, so befürchtet er, würde sich Bätterkinden aus schultechnischer Sicht gesehen zu einer Insel entwickeln. Die Region Untere Emme arbeite in vielen Bereichen erfolgreich zusammen. «Warum nicht auch in der Schule?», stellte er die Frage in den Raum.

Roland Friederich, Lehrkraft in Bätterkinden, fügte als schönes Schlusswort an: «Es ist nicht massgebend, was Lehrkräfte wollen. Hier geht es um die Kinder und um ein optimales Bildungsangebot.»

Die Gemeindeversammlung findet am Dienstag, 2. Juni, um 20 Uhr in der Saalanlage Bätterkinden statt.

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