Affäre Mörgeli
Haben Mörgelis Aussagen zu den Deutschen ihn den Job gekostet?

Die Kündigung von Mörgeli hat doch einen politischen Hintergrund. Gemäss Recherchen des "Sonntag" hielt Mörgelis Vorgesetzter Condrau dessen Aussagen zu den Deutschen in der Schweiz für ziemlich ungünstig.

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Der unter Beschuss stehende Christoph Mörgeli am Donnerstag im Nationalratssaal

Der unter Beschuss stehende Christoph Mörgeli am Donnerstag im Nationalratssaal

Keystone

Die Kündigung von Christoph Mörgeli an der Universität Zürich hat auch einen politischen Hintergrund. Das zeigt eine Aktennotiz einen Mitarbeitergespräch des SVP-Nationalrates mit seinem Vorgesetzten Flurin Condrau, die SonntagsBlick vorliegt. Nach einem Auftritt bei der TV-Talkshow Schawinski hielt Condrau per Aktennotiz fest: «Aussagen ‹zu viele Deutsche in der Schweiz› hält FC (Flurin Condrau; Red.) für sehr ungünstig. FC schätzt seine deutschen, österreichischen, russischen, englischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und musste diese im Anschluss an die TV-Ausstrahlung beruhigen.»

Viele Angehörige des Institutes litten unter solchen Aussagen. Mehr noch: «Die Institutsstrategie von FC besteht in einer sehr gezielten und bewussten Internationalisierung». Die werde durch solche Aussagen am TV aktiv behindert; Mörgelis Auftritt sei, so Condrau, «eindeutig institutsschädigend». Mörgeli zu SonntagsBlick: «Die Universität soll eine SVP-freie Zone werden. Man will mich weghaben, weil ich Werte vertrete, die an der Uni grossmehrheitlich abgelehnt werden: Nein zum schleichenden EU-Beitritt, zum Asylmissbrauch und zur unkontrollierten Zuwanderung.»

Die Uni Zürich zu links?

Mörgeli hat das Umfeld seines Vorgesetzten Flurin Condrau in Verdacht, seine Entlassung mit gezielten Indiskretionen provoziert zu haben. «Es besteht dringender Verdacht, dass Unbekannte aus dem Umfeld von Herrn Condrau den Medien zwei Berichte zugespielt haben, mit dem Ziel, meine Entlassung zu provozieren. Jetzt müssen sämtliche Datenbanken, Mailverkehrs und Telefonnachweise von Professor Condrau und Konsorten untersucht werden», so Mörgeli, der eine Strafanzeige gegen Unbekannt einreichen will.