Kader-Suche

Guy Parmelin holt sich einen eigenen Headhunter ins Haus

Verteidigungsminister Guy Parmelin hält Ausschau nach einem Headhunter.

Verteidigungsminister Guy Parmelin hält Ausschau nach einem Headhunter.

Das Departement Parmelin setzt bei der Jagd nach guten Köpfen fest auf einen Personalvermittler.

Die Erwartungen waren bestenfalls moderat, als Guy Parmelin vor gut einem Jahr sein Amt als Verteidigungsminister antrat. Doch der Waadtländer SVP-Mann, in der Deutschschweiz bis zu seiner Wahl in den Bundesrat nahezu unbekannt, hat viele überrascht: Weil er gerne Führungsstärke demonstriert und unter anderem die umstrittene Luftabwehr-Beschaffung Bodluv sistierte. Aber auch, weil er auf Transparenz in seinem Departement setzt. So sind VBS-Angestellte neu offensiv dazu angehalten, ihre Interessenbindungen offenzulegen, wie die «Nordwestschweiz» diese Woche publik machte. Zuvor hatte Parmelin bereits angekündigt, künftig in einem sogenannten Informationsbuch über die wichtigsten Projekte zu informieren. Es weht offenbar ein frischer Wind im Verteidigungsdepartement.

Jüngstes Beispiel: Parmelin lässt nach einem Headhunter für die Rekrutierung von Top-Kadern suchen. Der externe Dienstleister soll dem VBS bei der Identifizierung und bei der Selektion von Führungskräften helfen, wie es im Fachjargon heisst. Die Rede ist von «Executive Search» und von «diskreten Auswahlprozessen».

Kein einmaliges Engagement

Immer wieder werden Bundesbehörden bei der Jagd nach guten Köpfen von Headhuntern unterstützt. Die externen Personalvermittler kommen dann zum Zug, wenn es um wichtige Rekrutierungen geht. Allgemeine Regeln zur Rekrutierung von Top-Kadern gibt es bei der der Bundesverwaltung jedoch keine. Jedes Departement ist selbst verantwortlich.

Ein Headhunter wird in der Regel für ein einmaliges Engagement beigezogen, um eine bestimmte Kaderstelle zu besetzen. Die Öffentlichkeit bekommt davon meist nichts mit.

Unter Guy Parmelin beschreitet das VBS nun einen anderen Weg: Es will einen Personalvermittler langfristig an sich binden, gewissermassen als «Haus-Headhunter». Das Departement hat das «Executive Search»-Mandat als Dienstleistungsauftrag ausgeschrieben. Vor zwei Wochen endete die Bewerbungsfrist dafür. Noch ist nicht bekannt, wer den Zuschlag erhalten wird.

Klar ist hingegen: Vorerst wird eine Zusammenarbeit für vier Jahre angestrebt – mit Option auf Verlängerung. «Sehr gute Reputation» und mehrjährige Erfahrung in der Kaderselektion werden ebenso vorausgesetzt wie Kenntnisse in angewandter Psychologie. Das VBS fordert zudem mindestens zwei Berater als Ansprechpartner, und absolute Diskretion ist selbstverständlich Pflicht.

Diskret durchgeführtes Verfahren

Ein «Haus-Headhunter» für das Verteidigungsdepartement: Steht nun gar das grosse Sesselrücken bevor? Müssen bisherige Kaderleute um ihren Posten fürchten? Anzeichen dafür gibt es derzeit keine, zumindest von offizieller Seite her nicht. «Ein externer Dienstleister wird beansprucht, wenn der Weg über ordentliche Kanäle aufgrund der Spezialisierung der Funktion nicht zum Erfolg führt», sagt VBS-Sprecher Renato Kalbermatten auf Anfrage. Gleichzeitig müssten die Kadersuche und der Auswahlprozess bisweilen diskret durchgeführt werden.

Das VBS geht davon aus, dass der beauftragte Headhunter jährlich bei ein bis drei Rekrutierungen im Departementsbereich Verteidigung gefragt sein wird.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1