Lockdown

Gute Neuigkeiten für Kleinkinder: Daniel Koch gibt grünes Licht für Spielgruppen

Beliebtes Angebot: Rund 170'000 Kinder im Vorschulalter besuchen in der Schweiz eine Spielgruppe.

Beliebtes Angebot: Rund 170'000 Kinder im Vorschulalter besuchen in der Schweiz eine Spielgruppe.

Der Lockdown bedeutete auch für die Kleinsten eine Zwangspause. Jetzt gibt der Bund ein klares Öffnungssignal. Das freut auch den Schweizerischen Spielgruppen-Leiterinnen-Verband.

Sie tollen im Wald herum oder vergnügen sich im Spielzimmer: Rund 170'000 Kinder im Vorschulalter besuchen hierzulande eine Spielgruppe. Das Coronavirus beendete aber dieses Angebot. Die Lockdown-Verordnung des Bundesrats von Mitte März verbietet private Veranstaltungen. Praktisch sämtliche Kantone interpretierten das so, dass sie den Betrieb von Spielgruppen untersagten.

Unklar war, ob die Spielgruppen analog zur obligatorischen Schule am 11.Mai wieder starten dürfen. Der Kanton Bern erteilte diesem Anliegen am vergangenen Mittwoch eine klare Absage. Jetzt aber schöpfen Eltern und Kinder neue Hoffnung. Der Bund habe den Betrieb von Spielgruppen ebensowenig eingeschränkt wie jenen von Kindertagesstätten, sagte Daniel Koch, Delegierter des Bundes für die Coronapandemie, am Freitag an einer Medienkonferenz in Bern. Es sei nicht Aufgabe des Bundes, in diesem Bereich Regeln zu erlassen. Das Fünfergruppen-Regime gelte für Erwachsene, aber nicht für Kinder.

Kochs Aussagen zeigen Wirkung. So prüft der Kanton Luzern, die Spielgruppen wieder zu öffnen, wie Edith Lang, Leiterin der Dienststelle Soziales und Gesellschaft sagt. In der nächsten Woche werden die Spielgruppen informiert. Noch am Mittwoch hatte ihnen der Kanton mitgeteilt, sie könnten ihren Betrieb noch nicht aufnehmen, man warte auf eine Mitteilung des Bundesrats. Andere Kantone sind forscher. So erlaubt Solothurn schon ab Montag wieder Spielgruppen.

Aussage wiederholt: Kinder sind nicht ansteckend

Der Schweizerischer Spielgruppen-Leiterinnen-Verband nimmt die Worte von Daniel Koch mit Genugtuung zur Kenntnis. Die Spielgruppen leisteten einen wichtigen Beitrag zur Vorschulbildung, sagt Präsidentin Eva Roth. In der Coronakrise seien deren Interessen bis jetzt aber untergegangen. Der Verband empfahl seinen Mitglieder schon Mitte April, nach den bundesrätlichen Lockerungsankündigungen, die Spielgruppen ab dem 11. Mai parallel zur Volksschule zu öffnen. Denn der Berufsverband zählt Spielgruppen zum Bereich der Bildung.

Koch wiederholte noch bestimmter, was er schon mehrfach erklärt hatte: Kinder seien viel seltener vom Coronavirus betroffen und selber nicht ansteckend. Dennoch riet er davon ab, dass jetzt die Enkel ihre Grosseltern besuchen – nicht wegen der Enkel, sondern den sie begleitenden Eltern, welche das Virus übertragen könnten.

Keine Maskenpflicht im Schulzimmer

Koch nahm auch Stellung zur Sicherheit bei der Schulöffnung. Er zerstreute Ängste wegen ansteckenden Kindern. Die potenzielle Gefahrenquelle für Lehrer seien andere Lehrer. Und er machte klar: «Lehrer werden nicht mit einer Maske unterrichten müssen.»

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Autor

Kari Kälin

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