Versicherungen

Gutachten der Ombudsstelle: Versicherungen müssen auch bei Pandemie bezahlen

Die Schweizer Wirte erleiden durch die Pandemie grosse Verluste.

Die Schweizer Wirte erleiden durch die Pandemie grosse Verluste.

Bei einer Pandemie zahlt die Epidemieversicherung nicht: Diese Haltung vieler Versicherer sorgt im Gewerbe für Unmut. Eine Studie zeigt nun, dass sie rechtlich auf wackligen Füssen steht.

(wap) Ob die WHO eine Pandemie feststellt oder nicht, hat in der Schweiz keine rechtliche Bedeutung: Zu diesem Schluss kommt eine am Freitag publizierte Studie im Auftrag der Ombudsstelle der Privatversicherung und der Suva. Hintergrund sind Versicherungsklauseln in vielen Epidemieversicherungen. Sie beinhalten, dass die Versicherung nur bei einer Epidemie, nicht aber bei einer Pandemie zahlt. So gehen in der jetzigen Krise viele Betriebe leer aus.

Die vom Luzerner Rechtsprofessor Walter Fellmann durchgeführte Studie kommt zum Schluss, dass der Begriff Pandemie nicht klar definiert sei. Auf nationaler Ebene sei eine Pandemie immer auch eine Epidemie, der Bundesrat habe denn auch nach dem Epidemiengesetz gehandelt.

Die Ombudsstelle werde das Gutachten nutzen, um einvernehmliche Einigungen zwischen Versicherten und Versicherungs-Gesellschaften zu erreichen, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Gelinge dies nicht, müssten die Gerichte entscheiden.

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