In einer Fernsehansprache am späten Mittwochabend sagte ein Sprecher Camaras, der Militärrat rufe zu einer Regierung auf, an der Vertreter verschiedener politischer Parteien beteiligt sein soll.

Die Militärregierung wolle einen afrikanischen Vermittler, der dabei helfen soll. Ausserdem wolle er eine von den Vereinten Nationen unterstützte Untersuchungskommission, die den Tod zahlreicher Demonstranten am Montag untersuchen soll.

Beim brutalen Einsatz der Sicherheitskräfte, die eine verbotene Demonstration mit rund 50'000 Teilnehmern gewaltsam auflösten, waren nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 157 Menschen getötet worden.

Das Innenministerium in Conakry spricht dagegen nur von 57 Toten, von denen die Mehrzahl in einer Massenpanik niedergetrampelt worden sei. Das Blutbad vom Montag war weltweit verurteilt worden. Die Demonstranten hatten gegen die Militärjunta demonstriert, die im vergangenen Dezember nach dem Tod von Präsident Lansana Conte die Macht in Guinea übernommen hatte.

Camara hatte für Januar Wahlen und den Weg zurück zu einer zivilen Regierung in Aussicht gestellt. Vergangene Wochen häuften sich jedoch Hinweise, dass Camara Präsident werden will. Die Afrikanische Union (AU) hat der Militärregierung Sanktionen angedroht, falls Camara nicht bis Mitte Oktober erklärt, dass er auf eine Kandidatur für das Präsidentenamt verzichtet.