Guerilla
Guerilla-Aktion über der Autobahn

Weiningen lässt die Ständeräte wissen: Das Dorf schaut genau hin, wenn der Ständerat nächste Woche über eine Überdeckung der A1 vor dem Gubristportal befindet. Ein Komitee und ein Beitrag von SF sollen Druck machen.

Drucken
Teilen
Guerilla-Aktion

Guerilla-Aktion

Limmattaler Zeitung

Jürg Krebs

«Wir werden uns noch kämperischer geben», sagte Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug vor einer Woche gegenüber der LiZ. Gerade war bekannt geworden, dass der Bundesrat die von Weiningen initiierten Motionen aus dem Ständerat (von Felix Gutzwiller, FDP Zürich) und dem Nationalrat (von Ernst Schibli, SVP Zürich) abgelehnt hatte. Beide verlangten eine Überdeckung vor dem Gubristtunnel.

Nun lässt Haug den Worten Taten folgen: Um zum Ziel zu kommen, wurde am Mittwochabend ein Komitee Chance Gubrist gegründet, das parallel zum Weininger Gemeinderat für die Überdeckung kämpfen will (Kasten). Das Komitee greift die Argumentation des Weininger Gemeinderats auf: Das Limmattal sei ein Raum von nationaler Bedeutung und «sehr stark durch nationale Infrastrukturen belastet». Bevölkerung, Siedlung und Landschaft dürften davon nicht beeinträchtigt werden. Das Komitee fordert deshalb, gleichzeitig mit dem bevorstehenden Bau der dritten Röhre am Gubrist eine Überdeckung der A1 zu realisieren, um die offene Wunde Autobahn im Organismus Limmattal wenigstens teilweise zu schliessen.

Die verschiedenen Ideen für diese 270Meter lange Landschaftsverbindung über der A1 laufen unter dem Stichwort «Chance Gubrist» und wurden im vergangen Herbst der Öffentlichkeit präsentiert.

Ständerat und Nationalrat gewarnt

Doch das ist nicht alles: Die Ständeräte sollen wissen, dass Weiningen genau hinschaut, wenn sie am kommenden Mittwoch die Gutzwiller-Motion diskutieren wollen. Auch der Nationalrat sei gewarnt. Dort haben 83 Politikerinnen und Politiker die Schibli-Motion unterschrieben.

Transparent entrollt

Zu diesem Zwecke entrollte Gemeindepräsident Haug gestern ein Transparent über der A1 mit dem Spruch «Keine 3.Röhre ohne Dorfreparatur», gemeint ist die Überdeckung. Organisiert war ein Team von SF, das kommende Woche einen Beitrag über den Weininger Kampf um Gerechtigkeit senden will. Die Aufnahmen dauerten nur wenige Minuten, danach wurde das Transparent wieder eingerollt. Auch wenn die Aktion verboten war, soll das Transparent laut Haug nicht zum letzten Mal gehangen haben. Weiningen gibt nicht auf.

Aktuelle Nachrichten