F/A-18-Absturz
GSoA will Referendum über Kampfjets

Nach dem F/A-18-Unfall prescht die armeekritische Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) als Hüterin der Volksrechte vor.

Samuel Schumacher
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Das Volk soll das letzte Wort haben, wenn es um die Beschaffung neuer Kampfjets geht.

Das Volk soll das letzte Wort haben, wenn es um die Beschaffung neuer Kampfjets geht.

Keystone

Seit dem tragischen Absturz eines F/A-18-Kampfjets am Montagnachmittag sind die Diskussionen über die Zukunft der Schweizer Luftwaffe wieder in vollem Gang. Nun meldet sich auch eine Gruppe zu Wort, die länger nichts von sich hören liess: die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA).

Die GSoA fordert, dass das Parlament die Zukunft der Schweizer Luftwaffe nicht über die Köpfe der Stimmbevölkerung hinweg entscheiden dürfe. «Es braucht im Moment keine neuen Flieger», sagt GSoA-Sekretär Sebastian Büchler. «Wenn dann aber irgendwann über den Kauf eines neuen Kampfjets entschieden werden muss, dann verlangen wir, dass das eine referendumspflichtige Abstimmung wird.»

Kurz: Die GSoA will, dass das letzte Wort über die Anschaffung eines F/A-18-Ersatzes bei der Bevölkerung liegt – genau wie beim Gripen-Entscheid 2014. Damals lehnte das Volk den Kauf eines neuen Kampfjets mit 53 Prozent Nein-Stimmen-Anteil knapp ab.

«Neue Kampfjets dürfen nicht einfach am Volk vorbeigeschmuggelt werden», betont GSoA-Sekretär Büchler, auch wenn bürgerliche Politiker nun versuchen würden, den Unfall für ihre militärpolitischen Forderungen zu instrumentalisieren.

Nationalrätin Corina Eichenberger (FDP/AG), Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, sieht die Forderung nach einer raschen Beschaffung neuer Kampfjets seit längerem als Notwendigkeit. Der F/A-18 sei trotz den vorgenommenen Upgrades ein altes Flugzeug. Der Beschaffungsprozess müsse innert kürzerer Frist erfolgen, als bisher vorgesehen. «Falls der Beschaffungsprozess nicht verkürzt werden kann, kommt auch eine Miet- oder Leasinglösung als Überbrückung infrage», betont Sicherheitspolitikerin Eichenberger.

Bild von der Absturzstelle: Eine F/A-18 ist am Montag, 28. August, zerschellte im Gebiet des Sustenpasses am Berg.
23 Bilder
Absturz einer F/A-18
Der Berufsmilitärpilot wurde am Mittwochmorgen an der Absturzstelle "zweifelsfrei identifiziert", wie das Verteidigungsdepartement mitteilte.
Die Absturzstelle liegt auf über 3000 Metern über Meer in einem Bergkessel mit Schnee- und Gletscherflächen und steilen Felswänden.
Die Suche nach dem Piloten hatte sich schwierig gesaltet.
Gebirgsspezialisten der Armee sowie mehrere Helikopter der Luftwaffe, der Kantonspolizei Zürich sowie der Rega standen im Einsatz.
Die Bergung des Flugzeugs dürfte mehrere Monate dauern.
Der Absturz ist bereits der vierte schwere Zwischenfall mit einem F/A-18-Kampfjet der Schweizer Armee.
Bergspezialisten bergen den umgekommenen Kampfjet-Piloten am Mittwoch, zwei Tage nach dem Unglück.
Rettungskräfte im Einsatz
Bundesrat und Verteidigungsminister Guy Parmelin äussert sich zum abgestürzten F/A-18 Kampfjet im Sustengebiet: "Ich bin sehr traurig."
Am Dienstag wird noch fieberhaft nach dem Piloten gesucht.
Ein Abzeichen der Staffel 18 am Arm von Felix Stoffel, Chef Berufsfliegerkorps, fotografiert an der Medienkonferenz zum abgestürzten Armee Flugzeug
Der Absturz ereignete sich in der Region Susten.
Die F/A-18 verschwand am Montagnachmittag kurz nach dem Start vom Radar. Später wurde bekannt: Sie verunglückte vier Minuten nach dem Start.
F/A-18 Pilot Pierre de Goumoëns, Kommunikationschef Jürrg Nussbaum und Felix Stoffel, Chef Berufsfliegerkorps, informieren am Unglückstag über die aktuelle Lage.
Felix Stoffel, Chef des Berufsfliegerkorps.
Armeesprecher Daniel Reist gibt den Medien Auskunft.
Armee-Helikopter suchen am Dienstag nach der Absturzstelle.

Bild von der Absturzstelle: Eine F/A-18 ist am Montag, 28. August, zerschellte im Gebiet des Sustenpasses am Berg.

Keystone