Grüne wollen am Kreisel sparen
Grüne wollen am Kreisel sparen

Der Vollanschluss an die H18 in Aesch Nord werde zu teuer, kritisieren die Grünen. Sie stören sich auch daran, dass das Baselbiet für die vollen Kosten aufkommt, aber ein Drittel der Benutzer Solothurner seien.

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Kreisel

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Daniel Haller

Als «teuren Brückenkreisel mit allen erdenklichen Schikanen für 55Millionen in Sichtweite des nächsten Vollanschlusses», kritisierten die Grünen im Dezember in ihrer Finanzstrategie den geplanten Vollanschluss an die H18 in Aesch Nord. Im gleichen Papier nahmen sie auch die Baukosten der Sanierung der Umfahrung Liestal durch die H2 sowie des geplanten Justizzentrums Muttenz aufs Korn. Vergangene Woche reichten sie nun im Landrat drei Vorstösse ein: Die jeweiligen Vorhaben sollen deutlich billiger werden. Für den Anschluss Aesch Nord dürften die Kosten 30Millionen Franken nicht überschreiten.

«Wir stellen den Vollanschluss Aesch Nord und auch die beiden anderen Projekte nicht in Frage», erklärt Isaac Reber, der das Postulat eingereicht hat. «Wir schlagen aber vor, eine einfachere Variante zu bauen, wie beispielsweise die Anschlüsse an die Schnellstrasse zwischen Sissach und Liestal.» Es gehe darum, in Zeiten leerer Kassen die einzelnen Projekte auf Sparmöglichkeiten abzuklopfen, damit das Geld für mehr Projekte reiche.

Der geplante Grosskreisel unter der H18 sei zu teuer. Wegen des ungünstigen Verhältnisses zwischen Kosten und Nutzen für eine Auffahrt in 750 Meter Distanz zur nächsten - in Reinach - habe auch der Bund das Projekt schlecht bewertet.

Grundwasserschutzgebiet

Die Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion äussert sich nicht, bevor sie die Anfrage im Landrat beantwortet hat. Projektleiter Patrick Bärenfaller gibt aber zu bedenken, dass man nach anfänglicher Betrachtung der Möglichkeiten die Kreiselvariante als die beste gewählt habe, da sie auch die spätere Anbindung in Richtung Dornacherstrasse ermögliche.
Die vergleichsweise hohen Kosten seien eine Folge davon, dass sich der Anschluss in einem Grundwasserschutzgebiet befindet. Deswegen müsse man eine Brücke mit Flachfundation bauen, statt auf die kostengünstigere Variante mit Bohrpfahlwänden zurückzugreifen. «Als der Halbanschluss damals gebaut wurde, waren die Schutzbestimmungen noch nicht so streng. Deswegen lagen die Kosten tiefer.»
Auch der Aescher Gemeindeverwalter Gilbert Münger weist darauf hin, dass sich in unmittelbarer Nähe die Pumpstationen des Zweckverbands Wasserversorgung Aesch-Dornach-Pfeffingen befinden.

Nutzen nur für Dornach?

Klaus Kirchmayr, Landrat der Grünen aus Aesch, betont dagegen die finanziellen Aspekte: «Es ist nicht transparent, weshalb ein günstigerer Balkenanschluss nicht ausreichen soll.» Zudem sei die Kreiselvariante vor allem für Dornach von Vorteil, ohne dass sich der Kanton Solothurn an der Finanzierung beteilige: «Die Baselbieter Verkehrsinfrastruktur ist für die Thiersteiner Gemeinden essenziell wichtig, um Einwohner zu gewinnen. Doch sie finanzieren weder Strassen noch den ÖV mit und verhalten sich bezüglich Steuerwettbewerb unfreundlich.» Diesbezüglich bereite seine Partei einen Vorstoss im Landrat vor.
Dass die Kreiselvariante Dornach bevorzuge, bestreitet der Aescher Gemeindeverwalter Münger: «Das Gewerbegebiet Industriestrasse ist jetzt durchs Dorf erschlossen. Mit einer Anbindung Dornachs könnten wir das Dorf massiv entlasten, indem wir den Lastwagenverkehr bei der Swissmetal in Dornach durchleiten.»

Ein grosser Teil des Verkehrs aus dem Laufental, der jetzt beim Knoten Angenstein links abbiegt und über die Hauptstrasse durchs Dorf rollt, könne dann über die H18 das Dorf umfahren. «Mit 25Prozent weniger Verkehr ist es wieder attraktiver, die Einkäufe in Aesch zu erledigen», meint Münger.