Ökosteuer
Grüne Autos fahren im Aargau bald günstiger

Der Aargauer Regierungsrat will die Motorfahrzeugabgabe von Personen- und Lieferwagen neu nach dem Energieverbrauch und nicht nach dem Hubraum berechnen. Auf die anvisierten Mehreinnahmen wird der Kanton nach harscher Kritik verzichten.

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Ökoauto: Weniger Abgaben

Ökoauto: Weniger Abgaben

Keystone

20 Millionen Franken wollte FDP-Regierungsrat Peter C. Beyeler dank des neuen Motorfahrzeuggesetzes mehr einnehmen. Nun krebst der Magistrat zurück. «Die Berechnung auf Grund des Energieverbrauchs wird für den Kanton kostenneutral ausfallen», sagte Beyeler heute nun bei der Präsentation des neuen Motorfahrzeugabgabegesetzes.

An der ökologischen Steuerung hält die Regierung aber fest. Saubere Autos sollen künftig weniger, Dreckschleudern dagegen stärker belastet werden.

Die Abgabe für ein Hybridauto mit Benzin- und Elektroantrieb würde nach dem neuen System mit 124 Franken pro Jahr halb so hoch ausfallen wie bisher, rechnete Beyeler vor. Für einen Geländewagen mit einem hohen Energieverbrauch stiege die Abgabe um rund 30 Prozent auf 500 Franken pro Jahr.

Temporäre Erhöhungen für Grossprojekte möglich

Der Regierungsrat geht jedoch davon aus, dass der Energieverbrauch der 330'000 zugelassenen Autos in den kommenden Jahren sinken wird. Damit die Einnahmen für die Strasseninfrastruktur nicht wegbrechen, soll das Kantonsparlament die Motorfahrzeugabgaben erhöhen können.

Eine Erhöhung wird gemäss Regierungsrat anstehen, wenn die Abgabe pro Auto im Durchschnitt um fünf Prozent gesunken ist. Für grosse Strassenbauprojekte soll das Parlament zudem die Abgaben für die Dauer von acht Jahren um höchstens 25 Prozent erhöhen können.

Im Kanton Aargau werden die Motorfahrzeugabgaben seit 1970 nach der Hubraumgrösse (»Steuer-PS») berechnet. Die Abgabe liegt im Aargau ein Viertel unter dem schweizerischen Durchschnitt.

Auch Bonus-Malus-System vorgeschlagen

Der Regierungsrat möchte zusätzlich ein Bonus-Malus-System auf der Grundlage der Auto-Umweltetikette des Bundes einführen. Dieses System würde Mehreinnahmen von sechs Millionen Franken pro Jahr bringen.

Über diese Ökologisierung der Abgabe wird das Parlament in einer separaten Vorlage entscheiden. Der Regierungsrat will mit dem taktischen Vorgehen verhindern, dass auch der Wechsel der Berechnungsgrundlage politischen Schriffbruch erleidet. (rsn/SDA)

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