Irena Jurinak

Der im Minergie-Standard geplante neue Kindergarten im Breitfeld war der grünen Fraktion nicht umweltfreundlich genug. «Erst vor einem Monat haben wir zur Energiestadt ja gesagt», meldete sich Martin Froelich, Grüne, zu Wort. Er plädierte dafür, 300 000 Franken mehr auszugeben und dafür ein Vorzeigeobjekt zu bauen - in Minergie-Eco-Bauweise.

Das war - angesichts der vorangegangenen heftigen Diskussion über die Schulden der Stadt - nicht nur Stadtammann Hans Huber zu teuer. Ein höherer Minergie-Standard hätte ausserdem nur in Kompaktbauweise ausgeführt werden können. Die Stadt wollte den Kindergarten aber mobil bauen, um ihn bei Bedarf an andere Standorte versetzen zu können. «Und den Ökogedanken können wir nicht von heute auf morgen umsetzen, das geht step by step», so Huber.

Mieter einfach vergessen

Lieber nur eine halbe statt eine ganze Million für den Kindergarten ausgeben, wollte auch Hanspeter Moser, FDP. Minergie-Eco schiesse am Ziel vorbei, fand der neue Einwohnerrat in seinem ersten Votum vor dem Rat. Der Rückweisungsantrag der Grünen, das Projekt sei vom Stadtrat nochmals zu überarbeiten, wurde vom Einwohnerrat abgelehnt.

Nicht der neue Bau, sondern die heutigen Benutzer beschäftigten Brigitte Kieser, SVP. Ihres Wissens bestehe für den Pavillon, der abgerissen werden solle, ein Mietvertrag. «Warum hat man den Kontakt zur Spielgruppe nicht gesucht und den Vertrag nicht gekündigt?» wollte sie vom Stadtrat wissen. Das sei leider vergessen gegangen, erklärte Hans Huber. Er werde sich jedoch persönlich dafür einsetzen, dass man Ersatz für die Spielgruppe finde.

«Das ist nicht so einfach, der Pavillon war ideal», sagen die beiden Spielgruppenleiterinnen Marlis Picco und Nunzia Venzi. Doch der zuständige Stadtrat Daniel Mosimann zeigte sich nach der Sitzung zuversichtlich, dass man passende Räume finden werde.