SBB
Grösste Umstellung seit «Bahn 2000»: Das bringt der neue SBB-Fahrplan

Mit dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember kommen auf Zugpassagiere grosse Veränderungen zu. Im Grossraum Zürich, in der Westschweiz und in der Ostschweiz wird es viele Änderungen geben. Wie die SBB am Mittwoch mitteilte, sind die neuen Verbindungen ab sofort abrufbar.

Drucken

Über die Website und über die App können Passagiere ab sofort prüfen, was sich auf ihren häufig genutzten Routen ändert. Es sei sehr empfehlenswert, vor dem Fahrplanwechsel einen Blick in die neuen Verbindungen zu werfen, schreibt die SBB.

Vor allem im Grossraum Zürich und in der Westschweiz wechseln in vielen Fällen die gewohnten Perrons und die Abfahrtszeiten. In den kommenden Wochen wird die SBB deshalb in den einzelnen Regionen mit Flyern und Durchsagen über die grössten Änderungen informieren.

Die wichtigsten Änderungen im Raum Nordwestschweiz/Zürich

Reisende zwischen Genf und St. Gallen profitieren stündlich von einem neuen, schnellen Zug ab Zürich, der über die Durchmesserlinie fährt und ohne Halt zwischen Winterthur und St. Gallen verkehrt (Reisezeit 62 Minuten). Der Interregio Konstanz–Zürich–Biel/Bienne endet künftig in Zürich HB.

Der Interregio Basel–Aarau–Zürich verkehrt neu überwiegend weiter via Zürich Flughafen nach St. Gallen mit Halt in Winterthur, Wil SG und Gossau. Zwischen Zofingen und Lenzburg verkehren die Züge neu im Halbstundentakt.

Der so genannte «Flugzug» verkehrt ab Basel SBB neu via Zürich HB nach Zürich Flughafen, wodurch sich ein halbstündliches Angebot aus dem Fricktal nach Zürich HB ergibt. Die Fahrzeit zum Flughafen verlängert sich um bis zu 11 Minuten ab den einzelnen Halteorten.

Die heute jeweils zweistündlich verkehrenden Züge Basel SBB–Lausanne bzw. Basel SBB – Genève Aéroport verkehren neu stündlich zwischen Basel SBB und Biel. Die Verbindung Basel SBB–Lausanne ist halbstündlich über Olten (via Bern oder Biel) sichergestellt.

Zürcher S-Bahn: Im Regionalverkehr führen die SBB und der ZVV unter anderem die S19 zwischen Dietikon und Effretikon sowie die S21 zwischen Regensdorf und Zürich HB ein. Diverse weitere Linien werden verlängert oder neu verknüpft. Ausserdem werden die Fahrzeiten verschiedener Verbindungen angepasst. Damit sollen die Zuverlässigkeit und die Pünktlichkeit der Züge verbessert werden, so dass die Fahrpläne und insbesondere die Anschlüsse auch in den Hauptverkehrszeiten besser eingehalten werden können. Dies führt auf gewissen Strecken zu leicht längeren Fahrzeiten. Der Online-Fahrplan des ZVV ist seit heute aufgeschaltet.

Grafik SBB

Grafik SBB

SBB

Umfangreichster Fahrplanwechsel seit 2004

Geplant sind Flyer, Durchsagen, Werbungen, Newsletter und Informations-Stände. In den ersten Tagen nach dem Fahrplanwechsel werden zudem 350 Kundenbetreuerinnen und -betreuer verteilt über die ganze Schweiz an den Bahnhöfen im Einsatz stehen. Ob die Information bei den Passagieren tatsächlich angekommen ist, wird sich am 14. Dezember zeigen, dem ersten Werktag mit dem neuen Fahrplan. "Unsere Nagelprobe", sagte Pilloud.

Der kommende Fahrplanwechsel ist der umfangreichste seit Einführung der "Bahn 2000" im Jahr 2004. Für den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) ist es gar der grösste in seiner 25-jährigen Geschichte. Mit der Inbetriebnahme der Durchmesserlinie und der 4. Teilergänzung der S-Bahn werden künftig pro Tag 2200 Züge durch Zürich fahren - so viele wie noch nie.

Grosse Veränderungen gibt es auch in der Westschweiz, wo die Bauarbeiten für "Léman 2030" in Angriff genommen werden. Mit diesem Grossprojekt soll der Bahnverkehr in der Genferseeregion ausgebaut werden. Diese Arbeiten passieren zwar in der Westschweiz, wirken wegen der grossen Bedeutung der Ost-West-Achse aber landesweit. Nur die Nord-Süd-Verbindung erfährt mit dem neuen Fahrplan keine grossen Änderungen.

Nicht alle Anliegen berücksichtigt

Mit dem Fahrplanwechsel wird das Fernverkehrsangebot um rund ein Prozent ausgebaut. Das Angebot im Regionalverkehr wächst um 3,3 Prozent, wobei hier vor allem der ZVV mehr Verbindungen anbietet. "Für sehr viele Passagiere bringt der neue Fahrplan grosse Vorteile", sagte Pilloud weiter. Aber natürlich habe man nicht auf alle Bedürfnisse eingehen können.

Sie habe zahlreiche E-Mails erhalten mit der Bitte, den Schnellzug XY doch bitte drei Minuten später abfahren zu lassen, damit man noch einen Kaffee holen könne. "Wir haben Verständnis für solche Anfragen, können aber leider nicht darauf Rücksicht nehmen."