Postulat zur Abschaffung des TNW- Nachtzuschlages
Grossräte wollen Nachtzuschlag kippen

Wer das TNW-Nachtnetz benutzt, zahlt Zuschlag. Das soll sich ändern: Der Magdemer SP-Grossrat Roland Agustoni setzt sich für eine Abschaffung der Zuschläge ein. Unterstützung erhält er vom Laufenburger CVP-Grossrat Rudolf Lüscher.

Nadine Böni
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Ende 2008 wurde im Gebiet des Tarifverbundes Nordwestschweiz (TNW) ein Nachtnetz eingerichtet. In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag fahren seither im TNW-Gebiet Nachtzüge und -busse. Nutzer dieses Angebotes zahlen zusätzlich zum normalen Billet je nach Strecke drei oder fünf Franken Nachtzuschlag. Nun soll dieser Zuschlag abgeschafft werden. Der Baselbieter Landrat und der Basler Grosse Rat stimmten der Abschaffung bereits im letzten Jahr zu. Damit der Nachtzuschlag entfallen kann, fehlt noch die Zustimmung der TNW-Kantone Solothurn und Aargau.

Im Aargau kommt nun Bewegung in die Sache: Am Dienstag reichte der Magdemer SP-Grossrat Roland Agustoni beim Grossen Rat ein entsprechendes Postulat ein. «Die Regierung wird eingeladen, zusammen mit den Regierungsräten der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt die Finanzierung des Nachtnetzes im Tarifverbund Nordwestschweiz so zu gestalten, dass keine Zuschläge mehr erhoben werden», schreibt Agustoni in seinem Postulat, «Es gibt keinen einzigen glaubwürdigen und rationalen Grund, weshalb ausgerechnet die Nutzer des Nachtnetzes - mehrheitlich, aber nicht ausschliesslich Jugendliche - als einzige Benutzende des gesamten öffentlichen Verkehrs einen Zuschlag bezahlen müssen.»

Überparteiliche Unterstützung

«Die öffentlichen Verkehrsmittel werden immer wichtiger für alle Gesellschaftsschichten», sagt Roland Agustoni. Vor allem auch für die Jugendlichen seien die öffentlichen Verkehrsmittel von grosser Bedeutung, denn «mir ist es lieber, wenn sie mit dem Postauto heimfahren als zum Beispiel bei einem angetrunkenen Kollegen im Auto», sagt Agustoni. Sein Vorstoss erhält überparteiliche Unterstützung. So spricht sich auch der Laufenburger CVP-Grossrat Rudolf Lüscher für eine Abschaffung des Nachtzuschlages aus: «Ich bin für eine einheitliche Regelung. Im normalen Billet sollte auch das Nachtnetz inbegriffen sein.»

Vor rund zwei Jahren forderte Rudolf Lüscher in einem Postulat einen einheitlichen Tarifverbund für die gesamte Nordwestschweiz. Bis heute erhielt er keine Antwort vom Regierungsrat. «Ich hoffe schon, dass ich jetzt, wo die A-Welle umstrukturiert ist, eine Antwort bekomme. Das ist aber eine ganz andere Geschichte», sagt Lüscher. Er glaubt, dass die Abschaffung des Nachtzuschlages «schnell umgesetzt werden kann.» Das hofft auch Roland Agustoni. Einerseits «aus Solidarität gegenüber den anderen TNW-Kantonen», wie er erklärt. Und andererseits «damit die Nutzung des öffentlichen Verkehrs ein Anreiz ist und keine Strafe.»