Statistik

Grossrat: Die ultimative Tabelle

Die statistische Auswertung der Grossratswahlen 2009 im Kanton Aargau zeigt exakt, woher Fremdstimmen kamen und wohin eigene entschwunden sind. So weiss jede Partei, wohin ihre Wählerschaft am 8. März «fremdgegangen» ist.

Mathias Küng

Bereits im «Sonntag» vom 29. März konnten wir exklusiv die vom Statistischen Amt des Kantons Aargau errechnete Panaschierstatistik zu den Grossratswahlen vom 8. März vorstellen. Daraus konnte man ersehen, wie viele Stimmen Kandidierende einer Partei von anderen Listen erhalten haben und wie viele Stimmen der «eigenen» Wählerinnen und Wähler an andere Parteien gegangen sind. Es zeigte sich, dass die Grüne Partei netto von anderen Listen bezogen auf ihre Grösse am meisten Stimmen erhalten hat.

Panaschierstatistik GRW

Lesebeispiele für die Tabelle

Jetzt liegt die komplette statistische Auswertung in einer 60-seitigen Broschüre vor. Daraus kann man zusätzlich ersehen, woher Fremdstimmen für Kandidierende einer Liste stammen bzw. wohin Stimmen von einer Liste «fremdgegangen» sind. Zwei Lesebeispiele: «Fremdgegangene» Stimmen von SP-Listen gingen vorab zu den Grünen (15 021). Umgekehrt gönnten auch die grünen Wählerinnen und Wähler keiner anderen Partei so viele Stimmen wie der SP (9231). Unter dem Strich verlor die SP 5790 Stimmen an die Grünen.

Ein weiteres Beispiel: SVP-Wähler «gönnten» FDP-Kandidaten 13 838 Stimmen. Derweil wanderten von der FDP 6660 Stimmen zu SVP-Kandidaten. Da die FDP nur noch halb so gross ist wie die SVP, ist dieser Wählerstimmen-Austausch ausgeglichen.

Interessant ist der stark gestiegene Anteil unverändert eingeworfener Wahlzettel. Er kletterte von 28,4 Prozent (2005) auf 33,8 Prozent. Bei SVP und Grünen lag der Anteil gar bei über 40 Prozent, einzig bei CVP und EDU war er deutlich kleiner. Thomas Schaub, stellvertretender Leiter des Statistischen Amtes, führt den höheren Anteil vorab darauf zurück, dass mit dem geänderten Wahlsystem keine Listen- und Unterlistenverbindungen mehr möglich sind.

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