Bundesrätin Doris Leuthard würdigte in einer Rede den Berner Pioniergeist. Mit ihrer mutigen technischen Pioniertat hätten die Erbauer des Lötschberg-Eisenbahntunnels zwischen den Kantonen Bern und Wallis viel für die Entwicklung des Bahnsystems in der Schweiz getan, sagte die Verkehrsministerin gemäss schriftlichem Redetext.

Damals sei eine staatspolitisch wichtige Verbindung durch die Alpen und eine unverzichtbare Bahnverbindung im helvetischen Netz entstanden.

Die Bundesrätin war am Morgen mit einem Sonderzug für geladene Gäste in Frutigen eingetroffen. Nach den offiziellen Reden konnten sich die Besucherinnen und Besucher dem Festprogramm widmen. Im Angebot standen beispielsweise Retourfahrten nach Kandersteg mit historischem und modernem Rollmaterial.

Das schlechte Wetter habe die Festfreude nicht getrübt, versicherte BLS-Mediensprecher Michael Blum auf Anfrage. Auch eine Stellwerkstörung am Vormittag zwischen Frutigen und Kandersteg habe nur zu einem kurzen Unterbruch geführt und die Feierlichkeiten nicht beeinträchtigt.

Zweites Fest im September

Am Sonntag geht das Fest weiter. Am 7. und 8. September findet dann an der Südrampe ein zweites Volksfest statt.

Der Lötschberg-Tunnel war am 28. Juni 1913 feierlich eröffnet worden, in Betrieb genommen wurde die Lötschberglinie zwei Wochen später. 74 Millionen Franken kostete dieser zweite Alpentunnel nach dem Gotthard. Bund und Kanton zahlten die Hälfte, dazu kam viel Geld aus Frankreich.

Pionierhaft war nicht nur der Bau der Lötschberg-Linie, sondern auch der Antrieb mit Strom: Die 1906 gegründete Alpenbahn Bern-Lötschberg-Simplon (BLS) setzte vor allem aus Kostengründen auf Elektrizität - "zu einer Zeit, als am Gotthard noch die Dampfloks über die Rampen schnauften", wie die Zeitung "Der Bund" damals schrieb.