Grosser Rat
Grosser Rat spricht 462 Millionen für öffentlichen Verkehr

Der Kanton Bern kann seinen öffentlichen Verkehr weiter ausbauen: Der Grosse Rat genehmigt den Angebotsbeschluss 2010–2013 und sagt Ja zu dazugehörigen Investitionsbeiträgen von 462 Millionen Franken.

Merken
Drucken
Teilen
öV Bern

öV Bern

Berner Rundschau

Mit Investitionen von 426 Millionen Franken - das sind 120 Millionen mehr für dieselbe Periode wie bis anhin - will der Kanton in den Jahren 2010 bis 2013 «spätere Angebotsausbauten im öffentlichen Verkehr vorspuren», kommentierte Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger (SP) gestern im Grossen Rat. Gleichzeitig will der Kanton das öVAngebot - vor allem S-Bahnen sowie den Nahverkehr in den Städten Bern, Biel, Thun, Burgdorf und Langenthal - mit dem Angebotsbeschluss stark ausbauen.

«Zentrale Lebensader»

«Alle Regionen sollen ein angemessenes, können aber nicht dasselbe öV-Angebot haben», so Egger. Die «zentrale Lebensader unserer Gesellschaft » müsse dabei gezielt ausgebaut werden, um beispielsweise stets wachsende Pendlerströme bewältigen zu können: «Alle Prognosen sagen, dass das Bedürfnis danach weiter massiv wachsen wird.»

Für öV-Mobilität insgesamt, also Investitionsbeiträge und Rahmenkredite zusammen, wirft der Kanton in den kommenden vier Jahren rund eine Milliarde Franken auf. Im selben Rhythmus befindet er auch über beides; diesmal erstmals gleichzeitig.

LIBERO WIRD AUSGEWEITET

Oberaargauer, die beispielsweise an der Uni Freiburg studieren, müssen künftig nur noch ein Billett lösen: Das Einzugsgebiet des Libero-Tarifverbundes wird ab 13. Dezember 2009 über Bern hinaus in den Nachbarkanton ausgeweitet. Die Kantone Bern und Freiburg sowie Tarifverbunde und Transportunternehmen haben sich in Verhandlungen darauf geeinigt (wir berichteten). Wie sie gestern mitteilten, wird das Libero- Einzugsgebiet per Winterfahrplan 2009/2010 aber auch im Berner Seeland erweitert. Die Gemeinden im Raum Büren a.A., Lyss und Aarberg zählen ab da ebenfalls zum Einzugsgebiet des Libero. Auch das westliche Gebiet des Seelands bis Gampelen und Müntschemier sowie die letzten Berner Gemeinden im Mittelland ohne Libero - Golaten, Gurbrü und Wileroltigen - werden neu mit Libero erschlossen.

Konkret heisst das zum Beispiel, dass um Langenthal (wo nicht der Halbstundentakt gilt) der Stundentakt eingeführt wird. Oder: Zwischen Münchenbuchsee und Belp wird der Viertelstundentakt eingeführt.

Als einziger Sprecher wetterte Jürg Scherrer (FPS), alt Polizeidirektor Biels, gegen das Bieler RegioTram. Dessen Kosten liefen aus dem Ruder. Auf die Frage aus dem Rat stellte Egger klar, für die Strecke Sumiswald- Huttwil der BLS sei «zur Zeit kein Rückbau geplant».

Allenfalls anders aussehen könne es, müsse dereinst der Tunnel saniert werden. Angebotsbeschluss und Investitions- Rahmenkredit wurden schliesslich mit 145 zu 1 (2 Enthaltungen) respektive 138 zu 2 (1 Enth.) gutgeheissen.