Gubrist
Grossaufmarsch im Container

Ende letzter Woche ist das Auflageverfahren für das Ausbauprojekt der Nordumfahrung Zürich zu Ende gegangen. In Weiningen ist man mit dem Ablauf der Akteneinsicht zufrieden.

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Limmattaler Zeitung

Sandro Zimmerli

Rund 200 Personen haben zwischen dem 16. März und dem 29. April Einsicht in die Akten des Ausführungsprojektes zum Ausbau der Nordumfahrung Zürich genommen. Die öffentliche Auflage des Projektes musste in einem extra für diesen Zweck gemieteten Container durchgeführt werden, weil im Gemeindehaus zu wenig Platz für die umfangreichen Akten- und Plandossiers vorhanden war.

«Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, diesen Container aufzustellen. Ich bin der Ansicht, dass wir den Leuten einen guten Service geboten haben», sagt Weiningens Gemeindepräsident Hanspeter Haug. Er habe jedenfalls keine Reklamationen seitens der Bevölkerung erhalten. «Dabei war es durchaus eine Herausforderung sich in diesen vielen Akten zurechtzufinden», so Haug. Auch für ihn sei ein solches Auflageverfahren eine spezielle Angelegenheit gewesen, zumal es sich um ein Projekt von «grosser Tragweite handle.

Nordumfahrung Zürich

Kernstück des rund 940 Millionen Franken teuren Projektes zum Ausbau der Nordumfahrung Zürich bildet die dritte, rund 3,3 Kilometer lange Röhre des Gubristtunnels. Auf der Limmattaler Seite soll deshalb der Halbanschluss Weiningen um rund 160 Meter nach Westen, Richtung Limmattalerkreuz, verschoben werden. Der Gemeinderat von Weiningen hat gegen dieses Vorhaben formell Einsprache beim Bund eingereicht. Er kämpft dafür, dass das Tunnelportal auf Weininger Seite auf einer Länge von rund 270 Metern überdeckt wird. (zim)

Unbekannte Zahl an Einsprachen

Auch auf der Gemeindeverwaltung zeigt man sich mit dem Ablauf des Auflageverfahrens zufrieden. «Im Nachhinein betrachtet können diese speziellen Massnahmen mit dem Container als angebracht betrachtet werden. Das Interesse an der Planauflage war im Vergleich zu anderen Auflageverfahren enorm gross», erklärt Gemeindeschreiber Bruno Persano. Die grosse Zahl an Interessenten werde allerdings weder positiv noch negativ gewertet. «Es handelt sich lediglich um ein rein juristisches Verfahren, das durchgeführt werden muss. Dabei geht es darum zu sehen, welche Einwände gegen das Projekt vorgebracht werden», hält Persano fest.

Wie viele Personen tatsächlich eine Einsprache gegen das Projekt beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) eingereicht haben, sei aber nicht bekannt. Man wisse zum jetzigen Zeitpunkt nicht einmal, ob der Bund die Gemeinde über die Namen derjenigen Einwohnerinnen und Einwohner informiere, die eine Einsprache vorgebracht haben.

Sicher ist einzig, dass auch die Gemeinde Weiningen eine Einsprache beim Uvek hinterlegt hat (siehe Ausgabe vom 19. März sowie Update). Diese sowie alle anderen Einsprachen werden jetzt beim Bund zusammengetragen und anschliessend dem Kanton zur Stellungnahme vorgelegt.

«Danach finden Instruktionsverhandlungen statt. Das sind Gespräche, die das Uvek mit den einzelnen Personen oder Parteien führt, die sich für eine Einsprache entschieden haben», sagt Persano. Im Anschluss an diese Gespräche werde das Uvek entscheiden müssen, welche Einsprachen berücksichtigt werden können. Falls Einsprachen nicht berücksichtigt werden, kann gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden. Die nächst höhere Instanz sei das Bundesgericht. Gemäss ersten Informationen sollen diese Instruktionsgespräche im Verlaufe dieses Jahres geführt werden.

Neue Plattform auf der Homepage

Einen solchen juristischen Weg will die Gemeinde Weiningen wenn möglich nicht einschlagen. «Weiningen versucht immer noch auf der Verhandlungsbasis eine befriedigende Lösung für alle Beteiligten zu finden. Deshalb führt der Gemeinderat mit dem Bundesamt für Strassen und der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich Gespräche», heisst es aus der Gemeindeverwaltung.

Um der Bevölkerung Einblick über den aktuellen Stand der Dinge zu gewähren, hat die Gemeinde auf ihrer Hompage die Plattform «Chance Gubrist» eingerichtet. Auf dieser Informations-Rubrik können sich interessierte Personen laufend über die wesentlichen Vorgehensschritte der Gemeinde informieren.