Grenchen

Die flankierenden Massnahmen zur Autobahn bescherten Grenchens Zentrum eine grossräumige Umfahrung. Seit Anbeginn funktioniert diese nur teilweise. Neuralgischer Punkt ist die Bahnhofstrasse, was ein SP-Postulat thematisiert.

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Die Autofahrer halten sich nicht an die grossräumige Umfahrung via Y-Achse. Sie kürzen den Weg von der Autobahn in die höher gelegenen Quartiere der Stadt und umgekehrt ab. Dabei hat die Bahnhofstrasse bereits genug innerstädtischen Verkehr zu schlucken: Sie ist Zubringer für Migros und Coop, und sie ist der intensivst genutzte Teil des öffentlichen Verkehrs.

Akzeptanz ist sehr mangelhaft

Um die Attraktivität der Strecke zu mindern, haben Behörden und Verwaltung mehrere bauliche Massnahmen durchgeführt. Bisher ohne nennenswerte Wirkung. Im Gegenteil: An der Löwenkreuzung registrierte die Polizei im vergangenen Jahr neben dem Autobahnanschluss am meisten Verkehrsunfälle.

Und die im letzten November eingerichtete Begegnungszone im nördlichen Teil der Bahnhofstrasse funktioniert nicht. «Ich habe das Gefühl, die Autofahrer akzeptieren die Begegnungszone nicht», erklärte ein resignierter Gerber den Gemeinderäten.

Postulat fordert Sofortmassnahmen

Eben diese nicht funktionierende Begegnungszone war Inhalt eines SP-Postulates. Alexander Kaufmann verlangt Sofortmassnahmen baulicher oder gestalterischer Art, um dem Sinn Begegnungszone Nachdruck zu verleihen. «Die Bahnhofstrasse ist noch immer zu attraktiv für den Autoverkehr.»

In seiner Antwort erklärte Robert Gerber, dass eine mögliche Korrektur die Aufhebung der Trottoirs sei. «Dies führt zu einer Verunsicherung der Autofahrer und damit zu langsameren Geschwindigkeiten auf diesem Abschnitt.» In seiner Analyse wies Gerber aber auch darauf hin, dass diese Begegnungszone eine geringe Fussgängerfrequenz ausweist. «Das Aussetzen der Begegnungszone wäre aber ein falsches Zeichen.» Die Stadtpolizei will mit einer erneuten Flyeraktion auf die Begegnungszone hinweisen.

Parteien sind dagegen

Mit Ausnahme der SP wollte keine Partei etwas von Sofortmassnahmen wissen. Die CVP lehnte das Postulat ab, weil so oder so eine Neugestaltung der Bahnhofstrasse im Strassenbauplan der Stadt vorgesehen ist. Und für die SVP wird «der Individualverkehr schon genug behindert», so Ivo von Büren. Das Postulat wurde mit 7 zu 6 Stimmen nicht erheblich erklärt.

Geschwisterrabatt für Musikschule

Ebenfalls knapp mit 7 zu 6 Stimmern wurde ein Antrag von CVPGemeinderat Thomas Marti abgelehnt. Er forderte eine Änderung beim Tarif für die Musikschule. Bisher beträgt der Geschwisterrabatt für das 2. Kind 50 Franken und ab dem 3. Kind 100 Franken auf den Volltarif des 1. Kindes. Neu wollte Thomas Marti, dass der Rabatt beim 2. Kind 25 Prozent und ab dem 3. Kind 50 Prozent beträgt.

Sowohl die SP als auch die CVP setzten sich für die Änderung ein. FdP und SVP votierten dagegen. Heinz Müller (SVP) bemängelte, dass mit der neuen Lösung die Einkommensstärkeren vermehrt profitieren würden. Schlecht weg kam der Antrag auch, weil befürchtet wurde, dass die Mindereinnahmen bei den Einkindfamilien wieder hereingeholt werden müssen.

In absehbarer Zeit müssen die Verantwortlichen für die Tarife der Musikschule auf jeden Fall über die Bücher gehen. Die Stadt Grenchen verlangte bisher, dass die Elternbeiträge 30 Prozent des Aufwandes decken. Momentan liegen diese Einnahmen aber nur bei gut 25 Prozent. (mz/uby/wst)