Corona

Graubünden verschärft Massnahmen nicht: «Geschlossene Skigebiete lösen die Probleme der Intensivstationen nicht»

Die Restaurants und Bars bleiben im Kanton Graubünden auch weiterhin geschlossen.

Die Restaurants und Bars bleiben im Kanton Graubünden auch weiterhin geschlossen.

Der Kanton Graubünden verlängert seinen Mini-Lockdown bis zum 23. Dezember. Restaurants und Bars müssen länger geschlossen bleiben. Gleichzeitig zeigt sich die Regierung optimistisch.

(mg) Graubünden bleibt strenger als der Bund: Bars und Restaurants bleiben bis zum 23. Dezember geschlossen. Die Regierung hat am Dienstag diese Massnahmen um fünf Tage verlängert. Gleichzeitig sah sie von weiteren Verschärfungen ab – die Skigebiete können derzeit also noch offen bleiben. Der Regierungsrat hat dazu an seiner Sitzung bestimmte Kriterien definiert, die erfüllt sein müssen. Ansonsten würden weitere Massnahmen beschlossen, informierte die Kantonsregierung. Als Kriterien würden mehrere Faktoren beigezogen, hiess es, unter anderem auch der R-Wert.

Regierungsrat Peter Peyer zeigte sich zuversichtlich, dass es mit der Verlängerung der Massnahmen vielleicht sogar möglich sei, ab dem 23. Dezember die Restaurants und Bars bis 23 Uhr offen halten zu können. Hier hatte der Bundesrat vergangenen Freitag bestimmte Vorgaben beschlossen, die es Kantonen ermöglicht, die Sperrstunde später als 19 Uhr anzusetzen. Die Bündner Gastro-Branche hat laut Peyer für die Verlängerung des Mini-Lockdowns Verständnis gezeigt – vor allem in der Hoffnung, dass über die Festtage dann länger geöffnet werden kann.

Forderung nach Vorsicht auf der Piste

Ebenfalls zur Sprache kam am Dienstag die gleichentags publik gewordene Forderung der Bündner Regierung, verunfallte Skifahrer sollten in ihrem Heimatspital behandelt werden. Derzeit seien im Kantonsspital Graubünden 13 von 16 Betten auf der Intensivstation belegt. Man könne aber nicht einfach von den anderen Kantonen Solidarität erwarten, sagte Gesundheitsdirektor Peter Peyer. Schliesslich laufe man dort teilweise ja auch bereits am Limit.

Gleichzeitig betonte Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff vor den Medien: «Geschlossene Skigebiete lösen die Probleme der Intensivstationen nicht.» Er fürchtet sogar, dass dies zu mehr Tourenskifahrer führen würde, wobei es ebenfalls Unfälle gäbe. Caduff mahnte generell zur Vorsicht auf den Pisten.

Ab dem 22. Dezember muss das Offenhalten der Skigebiete zusätzlich durch die Kantone bewilligt werden. «Stand Montag hätte man diese Bewilligungen wohl erteilen können», sagte Peter Peyer am Dienstag. Dies, da die Fallzahlen im Bündnerland unter dem Schweizer Schnitt gelegen sind. Zudem hätten die Erfahrungen in den letzten Tagen gezeigt, dass die Schutzkonzepte der Bahnen funktionieren und die Leute die Abstände einhalten würden.

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