Die Mobilfunkbetreiber hätten zusätzliche Antennen entlang des Bahnnetzes aufgestellt, und die SBB hätten Verstärker in den Wagen installiert. "Unsere Lösung wird den besseren Empfang bieten als WLAN", versprach der 57-jährige Manager. In den nächsten Wochen werde die neue Technologie getestet und vorgestellt. Erste Priorität beim Gratis-Internet habe der Fernverkehr. Ob dieses auch im Regionalverkehr kommt, liess Meyer offen.

Zudem wollen die SBB die Reservationen erleichtern und den Kunden auf längeren Strecken "mehr Gewissheit geben, dass sie einen Sitzplatz haben". Künftig sollen Passagiere wie bei Kinos oder Fluggesellschaften im Voraus genau sehen und bestimmen, welchen Platz sie reservieren und bereits etwas zu essen oder einen Cappuccino vorbestellen können. "Der ist idealerweise bereits bezahlt und steht bereit, wenn man absitzt", sagte Meyer. Eine Reservationspflicht solle es nicht geben.

Züge sollen pünktlicher fahren

Schliesslich will der SBB-Chef die Passagiere dank neuen Computerprogrammen künftig aktiv auf überfüllte Züge hinweisen und ihnen rechtzeitig Ausweichmöglichkeiten vorschlagen. "Für diese alternativen Züge könnten wir dann günstigere Billette anbieten", sagte Meyer.

Der Bahnchef ist davon überzeugt, dass sich auch Berufspendler "steuern" lassen und auf weniger überfüllte Züge ausweichen. Die SBB würden derzeit täglich bis zu 24'000 Sparbillette verkaufen, sagte Meyer. "Dabei sehen wir eine Verlagerungswirkung weg von der Stosszeit." Er selber organisiere sich schon so, dass er lieber einmal einen Zug früher nehme und dafür in Ruhe arbeiten könne.

Verbesserungsbedarf räumt der oberste Bähnler bei der Pünktlichkeit ein. Auf der Nord-Süd-Achse sowie in der Romandie sei man noch nicht bei der Zuverlässigkeit, die man anstrebe, sagte Meyer und versprach: "Wir werden in Sachen Pünktlichkeit weiter zulegen." Fortschritte erhofft sich die Bahn diesbezüglich ebenfalls von neuen Computermodellen. Diese sollen helfen, Störungen schneller zu beheben und weitere Verspätungen zu vermeiden.