Studie Atomkraftwerk
Gösgen II: Gemeindepräsidenten rüsten sich

Niederämter Exekutiv-Vorsteher geben Studie über Wirkungen eines neuen Atomkraftwerks in Auftrag.

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Aargauer Zeitung

Die Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt (GPN) bereitet sich auf den möglichen Neubau eines Atomkraftwerks (AKW) Gösgen II und eines Tiefenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle vor. Die 15 Gemeinden wollten «gut informiert in die Planungsprozesse und in die Verhandlungen eintreten», teilte die Arbeitsgruppe Energie der GPN am Mittwoch mit.

Der Energiekonzern Atel (heute Alpiq) hatte im Juni 2008 ein Rahmenbewilligungsgesuch für ein zweites AKW eingereicht. Im November bezeichnete die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) das Gebiet Jurasüdfuss als «geologisch geeignet» für ein Tiefenlager. Im September war die GPN aus der Taufe gehoben worden, um regionale Probleme gemeinsam zu lösen.

Jetzt will die GPN diesen Sommer eine so genannte sozioökonomische Studie in Auftrag geben. Diese soll die potenziellen Wirkungen der geplanten kerntechnischen Anlagen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt der Standortregion abschätzen und analysieren. Ausserdem soll sie Aufschluss geben über eine neue Steuer- und Abgeltungsregelung zugunsten der betroffenen Gemeinden inklusive eines gerechten Verteilschlüssels.

Bevölkerung redet mit

Am 6. Juni findet in Gretzenbach ein Workshop für repräsentativ ausgewählte Institutionen, Organisationen, Vereine und Unternehmen des Niederamts statt. Hier sollen die Inhalte und
Ziele der Studie präsentiert, diskutiert und ergänzt werden. Damit beauftragt ist laut GPN-Sekretär Hans Beer das Forschungsinstitut Rütter + Partner in Rüschlikon. Anschliessend soll laut Beer die Durchführung der Studie öffentlich ausgeschrieben werden.

Ziel ist, dass die Ergebnisse in einem Jahr vorliegen. Noch nicht geäussert hat sich die GPN über das Design und die Kosten der Studie; der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Energie, Hanspeter Jeseneg, war über Auffahrt nicht erreichbar. Die Gemeindepräsidenten wollen aber auch die Anliegen der Bevölkerung in die Studienanlage aufnehmen. Ab heute Freitag sollen auf www.gretzenbach.ch die Forschungsfragen aufgeschaltet sein, weitere Gemeinde-Webseiten folgen.

Zusätzliche Fragen können bis 2. Juni deponiert werden: per Mail an h.beer@gretzenbach.ch, per Fax an 062 858 80 57 oder per Post an die Einwohnergemeinde Gretzenbach, Köllikerstrasse 31, 5014 Gretzenbach. (trö)

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