Grossbritannien - Libyen

Gordon Brown war für Begnadigung von Lockerbie-Attentäter

Gordon Brown unter Druck (Archiv)

Gordon Brown unter Druck (Archiv)

Nach der Begnadigung des Lockerbie-Attentäters gerät Grossbritanniens Premier Gordon Brown in politische Nöte. Brown wies entschieden zurück, dass Ölgeschäfte oder andere Wirtschaftsinteressen in Libyen bei der Freilassung eine Rolle gespielt haben könnten.

Aussenminister David Miliband bestätigte im BBC-Radio, die britische Regierung habe nicht gewollt, dass der krebskranke Libyer Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi im schottischen Gefängnis stirbt.

In Birmingham sagte Brown: "Es gab keine Verschwörung, kein Vertuschen, keine Doppelzüngigkeit, kein Ölgeschäft, keinen Einfluss auf schottische Minister und kein Versprechen an (den libyschen Revolutionsführer) Gaddafi."

Er betonte aber, dass die "strategischen Beziehungen" zu Libyen wichtig seien. Es sei im Interesse Grossbritanniens, das Libyen wieder in die internationale Gemeinschaft zurückkehre. Das Land spiele eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Terrorismus.

Dokumente der schottischen und britischen Regierung hatten am Dienstag gezeigt, dass die Beziehungen zwischen Libyen und Grossbritannien bei dem Urteil über die Zukunft des Attentäters eine Rolle gespielt hatten.

Die Opposition beschuldigte Brown der "Doppelzüngigkeit" und forderte eine öffentliche Untersuchung des Falls. Der Chef der Konservativen, David Cameron, betonte, Brown müsse "Klartext" reden und seine Position erläutern.

Die schottische Regierung hatte den todkranken Al-Megrahi vor knapp zwei Wochen begnadigt und in seine Heimat entlassen. Bei dem Anschlag auf eine Maschine der Linie PanAm über dem schottischen Ort Lockerbie im Dezember 1988 kamen 270 Menschen ums Leben. Al-Megrahi wurde 2001 für die Tat lebenslang verurteilt.

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