Gemeinderat Bellach
«Gönnen wir den Lommiswilern»

Statt alleine ein neues Wasserreservoir zu bauen, möchte Bellach lieber mit Lommiswil zusammenspannen. Die Vorteile lagen für den Grossteil des Gemeinderats Bellach auf der Hand. Und auch die ebenfalls eingeladenen Vertreter des Gemeinderates Lommiswil bevorzugen diese Lösung.

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Wasser

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Solothurner Zeitung

Ralph Möll

Ursprünglich wollte Bellach für das ausgediente Reservoir Obere Zone einen Neubau erstellen. Dafür hatte die Gemeindeversammlung vom vergangenen Dezember bereits einen Kredit von 1 Mio. Franken gesprochen. Nachdem aber Gebäudeversicherung und Amt für Umwelt anregten, eine gemeinsame Lösung zu prüfen, die beiden Gemeinden etwas bringt, wurden dafür zwei Varianten erarbeitet. Im Zentrum der Überlegungen steht eine Verbindungsleitung zwischen Bellach und Lommiswil. Variante 1 wäre ein Schacht, der grundsätzlich am gleichen Standort wie das Reservoir Obere Zone zu stehen käme. Die andere, von den Räten bevorzugte Variante wäre, sämtliche Anlagen im Reservoir Untere Zone Bellach unterzubringen.

Wasser aus Lommiswil für Bellach

Nicht ganz unbestritten war die Tatsache, dass die Obere Zone Bellach künftig Wasser aus Lommiswil bezieht. «Warum holen wir Wasser aus Lommiswil, wenn wir selber eigentlich genug haben?», wollte Stefan Henzi (CVP) wissen. Der Preis für das Wasser sei ungefähr gleich gross wie die Unterhaltskosten bei einem neuen Reservoir, meinte daraufhin Kaspar Vogel, der den Bericht des beauftragten Ingenieurbüros erläuterte. «Und ausserdem hat Bellach in der Oberen Zone dann mehr Druck», erklärte der Lommiswiler Gemeindepräsident Erich Burkhalter (SP).

Gerade dieser zusätzliche Druck ist vor allem für die Feuerwehr relevant. Im Moment erreicht der Wasserdruck in diesem Gebiet nur knapp die vorgeschriebene Stärke von 2 bar. Mit einem Zusammenschluss könnte man diesen problemlos verdoppeln.

Grössere Versorgungssicherheit

Auch Lommiswil profitiert von einer gemeinsamen Lösung. Bisher wurde das Wasser aus der Quelle Gänsbrunnen via Filteranlage Oberdorf ins Lommiswiler Netz eingespeist. Wäre mit dieser Verbindung einmal etwas nicht in Ordnung, sässe die Gemeinde auf dem Trockenen. Mit Bellach hätte sie aber ein zweites Standbein und damit grössere Versorgungssicherheit.

Mit zwölf Stimmen bei einer Enthaltung unterstützte der Gemeinderat Bellach die Variante zwei, die mit Gesamtkosten von 1,06 Mio. Franken nur wenig teurer ist als der Neubau eines Reservoirs. Zudem werden die Kosten auf beide Gemeinden aufgeteilt, und Gebäudeversicherung und Amt für Umwelt werden das Projekt mit Beiträgen von 19 respektive zirka 15 Prozent subventionieren. Der Schacht im Busletenwald würde rund 1,24 Mio. Franken kosten.

Rechnung 2008 im Plus

Das Geschäft muss in Lommiswil aber erst noch vor die Gemeindeversammlung. Sollte diese zustimmen, beginnt ein ehrgeiziger Terminplan: Die Arbeiten sollten im kommenden Februar oder März aufgenommen werden. Die Inbetriebnahme wäre dann für den August 2010 vorgesehen. Anton Probst (FdP) zeigte sich überzeugt, dass beide Gemeinden bei diesem Projekt gewinnen. Lommiswil gewinne wohl sogar etwas mehr als Bellach, «aber das gönnen wir den Lommiswilern», meinte der Bellacher Gemeindepräsident.

Finanzverwalter Jürg Marti konnte dem Gemeinderat eine höchst erfreuliche Rechnung 2008 präsentieren. Bei einem Umsatz von 23,1 Mio. Franken resultierte ein Ertragsüberschuss von 445 130 Franken. Zurückzuführen ist diese Besserstellung auf Mehrerträge bei den Steuereinnahmen. So nahm die Gemeinde über eine halbe Million mehr ein als budgetiert.

Der Ertragsüberschuss wurde dem Eigenkapital zugewiesen. Dieses beträgt neu 1,56 Mio. Franken. Jürg Marti zeigte sich zuversichtlich, dass es bis Ende Jahr wohl sogar rund 2 Mio. Franken betragen könnte. Die Finanzkrise scheint in Bellach noch nicht angekommen zu sein. Für 2010 warnte Jürg Marti aber den Gemeinderat: «Aufgrund der momentanen globalen Wirtschaftssituation ist eine Prognose sehr schwierig. Wir wissen nicht, was da noch auf uns zukommt.»

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