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Golfplatz: Und wo liegt jetzt die Wahrheit?

Die IG Golf und das Referendumskomitee um Landwirt Hansruedi Blatter stellen auf ihren Homepages die Situation betreffend Landverträge höchst unterschiedlich dar. Die IG deklariert den Grossteil des Landes als vertraglich abgesichert, während Blatter argumentiert, bei der Mehrzahl der benötigten Parzellen bestünden Unklarheiten.

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Und wo liegt jetzt die Wahrheit?

Und wo liegt jetzt die Wahrheit?

Zur Verfügung gestellt
Landplan Referendumskomitee/Blatter

Landplan Referendumskomitee/Blatter

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Angelo Zambelli

Andreas Edelmann, Vertreter der Interessengemeinschaft Golf, unterscheidet klar zwischen den Grundeigentümern in der Barz und den Pächtern. «Wir müssen in erster Linie Verträge mit den Grundeigentümern abschliessen und erst in zweiter Linie mit den Pächtern.» Dies sei auch der Grund, weshalb die IG Golf auf ihrer Homepage einen Grossteil des Landes innerhalb des Golfplatz-Perimeters als vertraglich abgesichert aufführe.

«Es wurde nur leeres Stroh gedroschen»

Auf der Homepage des Referendumskomitees rund um Landwirt Hansruedi Blatter ist das Land aufgeführt, das sich in seinem Besitz befindet, aber nicht zum Golfplatz-Perimeter gehört. Dadurch entsteht der Eindruck, betreffend Landverträge seien entgegen der Darstellung der IG Golf noch sehr viele Fragen offen. Auch wird das von ihm gepachtete Land als «Land ohne Einigung» aufgeführt. Auf Nachfrage dieser Zeitung räumt Blatter ein, es hätte klarer dargestellt werden sollen, dass das Eigenland nicht zum Golfplatz-Perimeter gehört. Dass das Pachtland als «Land ohne Einigung» aufgeführt wird, erklärt Blatter mit dem Hinweis, die Parzellen seien längerfristig zwar für den Golfplatz reserviert, kurzfristig aber immer noch von ihm gepachtet. Seine von Andreas Edelmann kritisierte Gesprächsverweigerung begründet Hansruedi Blatter mit dem Hinweis, bisher sei nur leeres Stroh gedroschen worden. Er sei nicht mehr bereit, an Verhandlungen teilzunehmen, an denen nur versucht werde, ihn über den Tisch zu ziehen. «Mich kann niemand zum Einlenken zwingen und ich bin mir der möglichen Konsequenzen auch bewusst. Ich habe Optionen - es wird auch ohne Pachtland der IG Golf weitergehen.» (Za)

Nur bei 6 kleineren Parzellen, die sich im Besitz von 3 Parteien befinden – darunter Hansruedi Blatter – habe bisher keine Lösung gefunden werden können, sagt Edelmann. Nach der Referendumsabstimmung werde man das Gespräch mit diesen drei Grundeigentümern nochmals aufnehmen und versuchen, zu einer Lösung zu kommen, die beide Seiten zufrieden stellt. Beim grossen Rest sei eine Regelung gefunden worden, mehrheitlich mit einem Baurecht auf 50 Jahre, zum Teil aber auch durch Verkauf und Tausch.

«Entscheidend ist, dass die vertraglich zugesicherten 48 Hektaren ausreichen, um den Golfplatz zu bauen», sagt Edelmann. Als rechtlich gesichert betrachtet er das Land der Ortsbürger- und der Einwohnergemeinde, «weil die Stimmberechtigten darüber rechtskräftig Beschluss gefasst haben». Laut Edelmann sieht die IG Golf keinen Grund, dieses Land als nicht gesichert auf ihrer Homepage zu führen.

«Unser Hauptproblem aber ist, dass Hansruedi Blatter seit rund zwei Jahren nicht mehr mit uns reden will», sagt Edelmann. Mehrere Versuche, das Gespräch wieder in Gang zu bringen, seien gescheitert.

Landumlegung Ultima Ratio

Was geschieht, wenn sich Blatter weigert, auch nach einem allfälligen Ja an der Urne zur Nutzungsplanänderung mit der IG Golf an einen Tisch zu sitzen und nach einer Lösung zu suchen? «Dann bliebe nur noch das amtliche Landumlegungsverfahren unter Federführung des Gemeinderates», erklärt Edelmann. Lieber wäre es ihm, wenn man sich im Gespräch einigen könnte. «Ich kritisiere in keiner Weise, dass Hansruedi Blatter alle ihm zur Verfügung stehenden demokratischen Mittel ausschöpft, um den Golfplatz zu verhindern. Was ich nicht verstehe, ist, dass er seit rund zwei Jahren konsequent das Gespräch verweigert. Dennoch unternehmen wir auch künftig alles, um Hansruedi Blatter und seiner Familie die Weiterführung ihres landwirtschaftlichen Betriebes in der Barz zu ermöglichen», versichert Andreas Edelmann und fügt an, dass die Thermalbad AG und die Thermalquelle AG respektive die Interessengemeinschaft Golf das für die Landwirtschaft zur Verfügung stehende Land bis auf den letzten Meter an die Landwirte verpachten würden, «weil wir selbst kein Land bewirtschaften wollen».

Homepage der Interessengemeinschaft Golf: www.golf-badzurzach.ch

Homepage des Referendumskomitees: www.golfbadzurzach.ch

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