Mit 70:44 Stimmen hat das Stadtzürcher Parlament am Mittwochabend ein Postulat der SD an die Stadtregierung überwiesen. Die Forderung: Die Stadt Zürich, die im Herrenberg rund 25 Hektaren Land besitzt, soll verhindern, dass Kulturlandflächen «zweckentfremdet» werden.

Auch wenn sie die Argumentation und Wortwahl der Schweizer Demokraten nicht teilten, unterstützten sie deren Anliegen, hiess es vonseiten der Grünen und Sozialdemokraten an der Parlamentssitzung. Als arrogant bezeichneten dagegen Vertreter von SVP und FDP die Vorstellung, dass «die hohen Herren von Zürich den Leuten im ehemaligen Untertanengebiet vorschreiben wollen», was gut für sie sei.

Nach den Schweizer Demokraten haben inzwischen auch zwei SP-Politikerinnen im Stadtzürcher Parlament ein Postulat eingereicht, mit dem sie verhindern wollen, dass die Stadt ihr Landwirtschaftsland in Bergdietikon «an Golfplatz-Betreiber» verpachtet (vgl. LiZ vom 3.April). Laut der Stadtregierung ist von Stadtzürcher Seite bisher weder ein Vorvertrag noch eine Absichtserklärung unterzeichnet worden. Man wolle damit zuwarten, bis alle Voraussetzungen zur Realisierbarkeit des Projekts geschaffen seien.

Der Zürcher Stadtrat will sich aber offenbar nicht querlegen. «Nachdem die zuständigen kommunalen und kantonalen Behörden die Bedeutung des betroffenen Landes für die landwirtschaftliche Versorgung geprüft haben und den Golfplatz befürworten, will der Stadtrat das Projekt nicht vereiteln, indem er sich der Abgabe des städtischen Landes entgegenstellt», schreibt die Zürcher Stadtregierung in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage aus den Reihen der SP. (wi)