Swisspass
Glücklich, wer ein blaues GA besitzt

Mit GA oder Halbtax gibt es 25 Prozent Rabatt auf alle Billetpreise im Ausland. Mit dem Swiss Pass muss nun allerdings zusätzlich eine «Internationale Rabattkarte» auf Papier mitgeführt werden – ein Rückschritt.

Anna Wanner
Anna Wanner
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Der SwissPass.

Der SwissPass.

KEYSTONE/THOMAS HODEL

Ob Bus, Tram oder Schiff: Der Reisende kann in der Schweiz in irgendein Verkehrsmittel steigen und wird befördert, ohne einen Gedanken an das Billett verschwenden zu müssen. Das Generalabonnement macht es möglich. Oder besser: Machte es möglich.

Denn das Reisen ist seit der Einführung des Swisspass beschwerlicher geworden. Kontrolleure müssen die Karte in die Hand nehmen, um Informationen über das Scan-Gerät abrufen zu können. Auf der Karte steht weder, um welches Abo es sich handelt, noch wo und wann es gültig ist. Das hat zwar den Vorteil, dass nicht jedes Jahr eine neue Plastikkarte bestellt werden muss. Doch verliert der Kunde so die Übersicht: Das Abo wird immer automatisch verlängert.

Nach weniger als einem Jahr Erfahrung zeichnet sich ab: Für den Kunden überwiegen die Nachteile. Die Fahrt ins Ausland hat sich verkompliziert, denn die Nachbarn erkennen das neue Billett nicht. Die Kontrolle im Zug dauert nicht nur länger, die Geräte funktionieren auch nicht überall zuverlässig – das Bündner und Berner Oberland lassen grüssen.

Und schliesslich hält der Swisspass auch sein Versprechen nicht, dass nun alles Mögliche über die eine rote Karte abgewickelt werden könne. In den Skigebieten wird davon abgeraten, die Tageskarte auf den Swisspass zu laden: Das klappe eher schlecht als recht. Und wer es trotzdem tut, zappelt ungeduldig vor dem Drehkreuz rum, ehe die Elektronik endlich funktioniert.

Zugegeben: Pendler sind Nörgler, es handelt sich um ein Luxusproblem. Trotzdem ist unverständlich, wieso ein einwandfrei funktionierendes Produkt mit einem so unausgereiften System ersetzt wurde. Falls die Mängel nicht bald aus der Welt geschafft sind, ist der Rückschritt rückgängig zu machen. Die gut 100 Millionen Franken wären zwar aus dem Fenster geworfen – ein Skandal. Den Kunden wäre damit aber gedient.

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