«Als Fraktionspartner der CVP hätte ich zumindest erwartet, informiert zu werden», sagt Bäumle gegenüber der Zeitung «Sonntag». Bis heute habe er auf eine Email an Darbellay keine Antwort erhalten, warum die GLP nicht informiert worden sei, so Bäumle weiter. Der GLP-Chef macht sich deshalb seinen eigenen Reim auf dieses Vorgehen: «Es ging bei diesen Gesprächen wohl mehr um Machterhalt und weniger um Inhalte», vermutet Bäumle. Und bei diesem Machtpoker von FDP, CVP und BDP würde die GLP sowieso nicht mitmachen.

«Ich bin für eine starke Mitte, anerkenne aber auch die Realität. Die FDP ist tendenziell übervertreten im Bundesrat. Ich bin deshalb dafür, dass die FDP den Merz-Sitz bei einem vorzeitigen Rücktritt an die SVP abgeben sollte. Die SVP wird voraussichtlich in den Wahlen 2011 weiter zulegen. Was in der Mitte passiert, wissen wir hingegen noch nicht. Klar ist nur, dass der Mitte nur drei Sitze zustehen, und die könnten dann nach den Wahlen 2011 gemäss den Wahlergebnissen verteilt werden», so Bäumle.

Von der SVP erwartet er im Gegenzug, dass sie bei einer Vakanz im Bundesrat ihre Kandidaten ohne Erpressung präsentiert: «Ich erwarte einen Zweiervorschlag und das Bekenntnis, dass das Parlament frei und ohne Drohkulisse einen geeigneten SVP-Bundesrat wählen kann.» Bäumles Stimme war bei der knappen Wahl von Ueli Maurer in den Bundesrat entscheidend. Trotzdem zieht er eine kritische Bilanz von Maurer als Bundesrat: «Inhaltlich bin ich von Maurer enttäuscht. Was in Sachen Armee aus seinem Departement kommt, ist dürftig und widersprüchlich. Und das wiegt umso schwerer, als dass die SVP und Maurer immer wieder gegen Samuel Schmid geschossen haben. Ich stelle fest: Maurer schafft den Spagat zwischen SVP-Programm und einem Konzept für eine zukunftsfähige Armee auch nicht besser als sein Vorgänger.»