Globi war schon bei der Rettungsflugwacht und im Wilden Westen. Man hat den Papageien-Menschen bei diesen Abenteuern als ziemlich aufmüpfigen Zeitgenossen mit Hang zur Unvernunft kennen gelernt. Als Feuerwehrmann räumte er Gaffer mit dem Löschschlauch aus dem Weg, als Polizist zog er über das Auto eines Falschparkierers eine Dreckspur. Und wenn die Erinnerung nicht täuscht, dann rauchte Globi auch mal eine Zigarette.

Wer nun hofft, dass der Kerl mit Baskenmütze im neusten Band «Globi und die Demokratie» im Bundeshaus für Wirbel sorgt, der wird enttäuscht. Schnell wird klar, dass der alterslose Globi eben doch langsam angejahrt ist. Als Globi eine langfädige Diskussion im Nationalrat verfolgt, da vertreibt er sich nicht etwa die Zeit mit dem Basteln von Papierfliegern. Nein, er hört ganz aufmerksam zu und denkt, was wohl noch nie ein Tribünengast gedacht hat: Interessante Debatte! Und als der Gelbschnabel seine Wunschliste für Verfassungsänderungen formulieren darf, tönt das so: Wöchentliches Kuchenessen, freier Eintritt ins Schwimmbad. Gähn!

FDP-Ständerat Andrea Caroni (AR), der sich gestern Exemplare für sein Göttikind und seine Kinder sicherte, erinnert sich wehmütig an den früheren Globi. Als die Kinderbuch-Figur einst bei einer Reise durch die Schweiz im Bundeshaus vorbeischaute, da traf sie auf Parlamentarier im Tiefschlaf: «Räte dösen reihenweise / Manche schnarchen, laut und leise.» Erst als Globi in den Reihen der Nationalräte seine Bücher verteilt, erwachen diese aus ihrer Lethargie. Solche Episoden vermisst Caroni beim neuen Globi: «Er ist ein braver Langweiler geworden.»

Man muss dazu sagen, dass es neben den klassischen Globi-Bänden inzwischen Koch- («Globi kocht vegi») und Sachbücher gibt. Bei Letzteren geht es um die Energiezukunft in Zeiten der Gletscherschmelze und jetzt eben um die direkte Demokratie. Nicht Abenteuer stehen im Zentrum, es geht um kindergerechte Vermittlung von komplexen Sachverhalten. Das sei auch für ihn wichtig, sagte Aussenminister Ignazio Cassis am Rande der Buch-Vernissage, gerade in der Europapolitik. Cassis liess sich für das Buch von Globi interviewen. «Ganz ehrlich: Als Kind wollte ich lieber Tramchauffeur werden», sagt er.

Unsere Frage, ob er sich während Bundesratssitzungen zuweilen in einen Führerstand wegwünsche, verneinte Cassis. Vielleicht aber würde er sich gerne mal wieder einen Joint anzünden, wie er das laut eigenen Aussagen schon gemacht hat. Globi fällt als Kiff-Partner weg. Der ist inzwischen clean.