Der erste Besuch eines US-Präsidenten seit 18 Jahren löst in der Schweiz nicht überall Freude aus. SVP-Nationalrat Andreas Glarner sieht aber «nur Positives», wie er in der Sendung «SonnTalk» erklärt: «Es ist eine riesen Chance. Ich freue mich fürs WEF und die Schweiz. Vielleicht gibt es auch eine Gelegenheit, das eine oder andere wirtschaftliche Problem mit ihm anzuschauen.»

Glarner räumt ein, dass Trump wohl «im holzschnitzartigen Stil» Klartext sprechen werde, das schade aber nicht, nachdem man in den letzten Jahren «immer Schöngeister und Künstler» eingeladen habe.

Auch Esther Girsberger, Publizistin, Dozentin und Unternehmerin, sieht im Trump-Besuch eine Chance für die Schweiz. So könnten Regierungsmitglieder und Staatssekretäre mit der amerikanischen Delegation sprechen und ihre Anliegen anbringen. «Herr Trump wird aber sicher nicht auf die schönen, intellektuellen Worte von Herrn Berset hören, auch wenn das schön wäre», räumt sie ein.

Die Linke hat weniger Freude am hohen Besuch. Für SP-Nationalrat Matthias Aebischer ist klar, dass es beim WEF ausschliesslich ums Business gehe: «Es geht um freien Handel. Den will Trump zwar nicht – er will America first. Aber er will mehr Geld verdienen.»

«Es profitieren nur ausländische Sender»

Weiteres Thema im «SonnTalk» war die No Billag-Initiative, insbesondere die Frage, ob die SRG ohne die Gebühren überhaupt noch überleben könnte. «Im Initiativtext steht, dass der Bund keine Radio- und Fernsehstationen mehr unterstützen soll», sagt Aebischer und rechnet vor: «Von einem Budget von 1,6 Milliarden fallen drei Viertel, also 1,2 Milliarden, weg. Mit 400 Millionen macht niemand in der Schweiz Radio und Fernsehen für vier Landessprachen.» Das Projekt SRG sei mit Annahme der Initiative gestorben.

Auch Girsberger sieht in der Initiative eine Gefahr: «Die einzigen, die von der Initiative profitieren, sind die ausländischen Sender.» Diese würden sich ihren Anteil am sehr viel kleineren Topf, den es dann noch gebe, sichern. Moderator Markus Gilli weist darauf hin, dass die SRG momentan Marktleader ist. Das lässt Girsberger nicht gelten: «Wenn die SRG zu einem normalen Mitbewerber wird, ist es doch eine Illusion zu glauben, dass die Werbegelder mehrheitlich bei ihr bleiben.»

Glarner ist überzeugt, dass es SRG-Sendungen gibt, für die die Zuschauer bereit wären, zu zahlen und das meiste mit der Werbung abgefangen werden könnte. «Unser Plan B war ja, die Gebühren auf 200 Franken zu senken, das hat das Parlament leider abgelehnt», sagt Glarner. «Das hätte gereicht und wir hätten die Diskussionen gar nicht.»

Jetzt müsse man halt die «geschützte Monopolanstalt» dem freien Markt ausliefern. «Ich glaube nicht, dass das so schlimm ist. Ich bin überzeugt, der Markt reguliert, und am Schluss kommt etwas Besseres heraus.»