Solothurn

«Glanzpunkte fürs Leben» werden vermittelt

Fröhlich: Mit einer Polonaise endet das morgendlichen Einturnen.(Bild: gku)

Integration

Fröhlich: Mit einer Polonaise endet das morgendlichen Einturnen.(Bild: gku)

Zum 18. Mal vereinigt der Panathlonclub Solothurn dank Organisator Bruno Huber behinderte und nichtbehinderte Jugendliche in einer Sport- und Spielwoche. «Wir erleben hier in Schwarzsee das grösste kantonale Integrationsprojekt auf freiwilliger Basis», unterstrich Huber am Besuchstag die schweizweit anerkannte Bedeutung des Lagers.

Gundi Klemm

Die bildschön gelegene Militärunterkunft am Schwarzsee (FR) verzeichnet in dieser Woche eine vergnügte «Solothurner Invasion». Insgesamt 104 Jugendliche, 57 davon in irgendeiner Weise behindert, verbringen gemeinsam mit 47 Schülerinnen und Schülern aus Oberschulklassen eine Lagerwoche bei Sport, Spiel, Spass und Kreativität. Betreut und geführt werden sie von 50 ehrenamtlich tätigen Erwachsenen, die in der Sportanimation, in der Küche sowie in Pflege und im weiten Bereich der Sozialpädagogik mitwirken. «Ich bin schon das 10. Mal dabei, und ich bin ganz glücklich hier, weil ich immer so nette Kollegen treffe», sagt der 30-jährige Teilnehmer Luciano aus Olten.

Gesichter unterschiedlicher Herkunft

Wer wie die zum gestrigen Besuchstag eingeladenen «Freunde und Gönner» die jungen Menschen betrachtet, erkennt schnell Gesichter von unterschiedlichster Herkunft. «15 Nationen sind bei uns vertreten», erläutert «Lagervater» Bruno Huber und verweist auf die in jedem der 18 Lager besonders geförderte Integration in kultureller Hinsicht.

Das Konzept der Lagerwoche umfasst beliebig wählbare 11 Sportdisziplinen für den Vormittag, die von Biken über Kanufahren, erstmals Fechten bei Fünfkampf-Olympiateilnehmerin Florence Meyer bis zu Tanzen und Windsurfen reichen. Am Nachmittag treffen sich alle jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nochmals zu einem spielerisch-kreativen Angebot, das wieder viel Bewegung, aber auch Basteln, Malen und sogar Massieren umfasst. Mit der Unterstützung von Angler-Fachleuten hat sich das Fischen im Schwarzsee als wahres «Highlight» bei den jungen Leuten entwickelt. Der Abend endet mit gemeinsamem Singen und dem erstaunlich beliebten Vorlesen von «Gute-Nacht-Geschichten» im Forum am See. Die angehenden Lehrkräfte, die sich für diesen Kursleitungseinsatz freiwillig von der Pädagogischen Hochschule Solothurn gemeldet haben, bringen laut Huber viel sportliches Flair und Fingerspitzengefühl für die Arbeit mit derart unterschiedlichen jugendlichen Personengruppen mit, was sie hier in die Praxis umsetzen können.

Angeführt wurden die 25 Gäste, die Behinderteninstitutionen, grosszügig spendende Organisationen, Versicherungen und eine Bank vertraten, von Kantonsratspräsidentin Christine Bigolin. «Wenn ich einen derart gut organisierten Lagerbetrieb sehe, geht mir richtig das Herz auf», sagte Bigolin als früher aktive Pfadileiterin und Verantwortliche unterschiedlicher Begegnungswochen. Da ihr als Geschäftsführerin des bisherigen CP-Zentrums, das seit Jahresbeginn mit dem Schulheim für körperbehinderte Kinder fusioniert ist, die Lage behinderter Menschen vertraut ist, kann sie sich für die Durchführungsform von «Das Andere Lager» deutlich begeistern. Weil Menschen mit besonderen Bedürfnissen eben nicht aus dem Vollen schöpfen könnten, sondern mancherlei Hürden bewältigen müssten, vermittelten derartige Tage in unbeschwerter Umgebung «Glanzpunkte fürs Leben».

Logistische Leistung

Das unter dem Motto «Kuuhl und sozial, eifach genial» stehende «Andere Lager», das neben Tenero bereits zum dritten Mal in Schwarzsee stattfindet, erfordert einen ausserordentlichen Aufwand in der Logistik. Die gesamte Sportausrüstung muss von Lager- und Sportkursleitung beschafft und ins Freiburgische transportiert werden. Aber alle Anstrengungen werden durch fröhliche Gesichter belohnt.

Zum allgemeinen Wohlbefinden trägt - wie jedes Jahr - die köstliche und gesunde Verpflegung bei, welche die «Küchenfee», Heilpädagogin Silvia Seiler, und ihre fantasievolle Crew zubereiten.

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