Sogar Bundesrätin Simonetta Sommaruga hatte sich in der Affäre zu Wort gemeldet: Zwei syrische Schüler weigern sich an der Sekundarschule Therwil BL, ihrer Lehrerin die Hand zu schütteln. Jetzt gibt es in der Geschichte eine neue Wendung.

Bislang hatte es geheissen, die Schulleitung habe mit den zwei muslimischen Schülern, «welche aus religiösen Gründen Frauen nicht berühren wollen», vereinbart, dass sie auf den in dieser Schule üblichen Handschlag mit den Lehrpersonen verzichten können. Diese Praxis löste eine grosse Debatte in den Medien aus. So stelle sie sich Integration nicht vor, sagte Justizministerin Sommaruga zum Fall.

«Ich denke nicht, dass wir da klein beigegeben haben»: Jürg Lauener, Rektor der Sekundarschule Therwil

«Ich denke nicht, dass wir da klein beigegeben haben»: Jürg Lauener, Rektor der Sekundarschule Therwil

Doch was ist der wirkliche Hintergrund der Körperkontakt-Verweigerung? Wie der «Blick» am Donnerstag unter Berufung auf einen Bekannten der Familie der Brüder berichtet, könnte es dabei weniger um religiöse Reinheitsregeln gehen, als vielmehr um einen Streit.

So zumindest schildert Peter Ziegler gegenüber der Zeitung die Umstände. Der Journalist kennt die Familie der beiden Brüder, deren Vater als Imam in einer Moschee predigt. «Die Ursache war ein Streit auf einer Schulreise», sagte Ziegler. Dabei sei es um den Islamgegangen. Ein Lehrer habe die beiden «massiv angegriffen und ist ausfällig geworden», die Lehrerin habe dem Kollegen den Rücken gestärkt.

«Daraufhin haben die Brüder gesagt, dass sie beiden Lehrpersonen nicht mehr die Hand schütteln wollen», sagt Ziegler. Es sei nie um alle weiblichen Pädagogen gegangen, sondern nur um die beiden Lehrer. Die Schulleitung war laut der Zeitung für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (kad)