Wehrpflicht

Giardino-Suter sagt Sorry für seinen Schiessbefehl gegen Bundesräte

Hermann Suter entschuldigt sich für verbalen Ausrutscher.

Hermann Suter entschuldigt sich für verbalen Ausrutscher.

Giardino-Präsident Hermann Suter entschuldigt sich für seinen «Schiessbefehl» gegen sechs Bundesräte. Der Gruppe Giardino droht nun der Ausschluss aus dem gewichtigen Verein für eine sichere Schweiz.

«Diese Bundesräte sollte man alle erschiessen - mit Ausnahme von Ueli Maurer»: Hermann Suter, Präsident der Guppe «Giardino», einer Vereinigung von aktiven und pensionierten Soldaten, packte am letzten Wochenende in Birmensdorf AG gegenüber einem Journalisten der «Wochenzeitung WoZ» den verbalen Zweihänder aus. 

Inzwischen bedauert Suter diese Aussagen. «Sie sind sicher nicht sehr fein, im Grenzbereich», sagt er gegenüber der Nordwestschweiz. Er habe sich auch bei den Adressaten der unfeinen Botschaft entschuldigt. Via Bundespräsident Ueli Maurer habe er dem Gremium eine schriftliche Entschuldigung zukommen lassen, so Suter.

Mit heissem Käse verschiessen

Auf ihrer Internetseite der Gruppe Giardino präzisiert Suter die Aussagen. Er habe gesagt: «mit Ausnahme von Maurer sollte man alle mit heissem Käse verschiessen». Dies sei in der Innerschweiz eine «gebräuchliche Redewendung» und bedeute in etwa das selbe wie jemanden «ins Pfefferland wünschen».

Zudem kritisiert die Guppe das Vorgehen des «WoZ»-Journalisten. Er habe das Gespräch ohne das Wissen der Anwesenden aufgenommen und die Zitate Suter nie vorgelegt.

Antrag auf Ausschluss

Für CVP-Nationalrat Jakob Büchler ist Suter trotzdem nicht mehr tragbar. Er will Suter und dessen Gruppe aus dem «Verein für eine sichere Schweiz» ausschliessen. Der Verein, dessen Präsident Büchler ist, dirigiert den Abstimmungskampf gegen die Abschaffung der Wehrpflicht.

«Ich werde an der nächsten Mitgliederversammlung beantragen, dass die Gruppe aus dem Verein ausgeschlossen wird», sagt Büchler auf Anfrage. Der Vorstand des Vereins, der laut Büchler rund 400000 Mitglieder hat, habe sich am Freitagmorgen bereits auf dieses Vorgehen verständigt.

Wann die Sitzung stattfinden wird, ist laut Büchler noch offen, da noch kein Termin feststehe. «Das Volk würde es nicht verstehen, wenn wir zu diesen Aussagen schweigen würden».

Tondokument manipuliert

Suter will nun mit Büchler das Gespräch suchen, um den Ausschluss doch noch abzuwenden. Der Giardino-Präsident glaubt auch, Argumente dafür zu haben. «Ich habe Anhaltspunkte, dass die «WoZ» das Dokument manipuliert hat», behauptet er. Für diesen Fall droht er der linken Wochenzeitung bereits mit rechtlichen Folgen. «Ich prüfe ernsthaft, gegen die Zeitung zu klagen», erklärt Suter.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Gruppe «Giardino» verbal in Schieflage gerät. Bereits im April 2013 leistete sie sich eine grobe Entgleisung. Damals veröffentlichte Giardino auf der eigenen Website einen Kommentar, in dem GSoA-Mitbegründer Jo Lang der Tod gewünscht wurde. «JL: Ein Ar..... ist und bleibt ein Ar...!!! Schade, FL hat den falschen getroffen!!!» JL steht für Joe Lang und FL ist Fritz Leibacher, der am 27. September 2001 in Zug im Kantonsparlament 14 Menschen erschoss.

Kommentar am Ende gelöscht

Linke und Grüne forderten von Giardino die Löschung des Kommentars und eine Entschuldigung. Suter wollte davon erst nichts wissen. «Wir sind der Bundesverfassung verpflichtet und dort gilt die freie Meinungsäusserung», sagte Suter im April gegenüber der «Tageswoche». Persönlich fand er es einen «Chabis», was der Kommentator von sich gab. Aber: «Wir sind doch nicht in der DDR! Ich mache keine Zensur.»

Wenig später liess Suter den Kommentar dann doch entfernen - auf Bitte den Kommentierenden hin, wie die Guppe nun festhielt.

Ob Suter auch im aktuellen Fall zum Rückzieher bläst, ist noch unklar. Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armme (GSoA) hat Suters Ausrutscher mit einem Communiqué auf ihrer Website scharf verurteilt und fordert Konsequenzen. (rsn/nch)

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