Wirtschaftskrise

Gewerkschaften fordern eine politische Wende in der Schweiz

SGB-Präsident Paul Rechsteiner vor den Medien

SGB-Präsident Paul Rechsteiner vor den Medien

Die Schweizer Gewerkschaften fordern vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise einen Kurswechsel. Politik und Unternehmen würden handeln, als ob es die Krise nie gegeben hätte oder sie schon vorüber wäre, rügen Arbeitnehmervertreter.

Die Gewerkschaften fordern eine politische und soziale Wende. Arbeitnehmer hätten Anspruch auf anständige Löhne und Arbeitsbedingungen, auf funktionierende Sozialversicherungen und auf Respekt, sagte Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) in Bern vor den Medien.

Von alleine würden weder Bundesrat, Parlament noch Arbeitgeber eine taugliche Politik gegen die Krise einleiten, sagte Nico Lutz, Co-Leiter Kommunikation und Kampagnen bei der Gewerkschaft Unia. "Die sozialen Kräfte in der Schweiz müssen deshalb verbindlich Korrekturen dieser falschen Politik einfordern."

Unter dem Motto "Arbeit, Lohn und Rente statt Profit und Gier" rufen die Gewerkschaften deshalb für den kommenden Samstag in Bern zu einer nationalen Grossdemonstration auf. Rund 20'000 Personen werden erwartet. Drei Formationen werden durch die Innenstadt zum Bundesplatz ziehen, wo am frühen Nachmittag die Kundgebung beginnt.

Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) will zudem gegen die Beiträge demonstrieren, die die SBB-Angestellten zur Sanierung ihrer Pensionskassen beitragen müssen. Weil der Bund die Kasse falsch ausfinanziert habe, müsse das Personal nun mehr und länger einbezahlen und bekomme weniger, sagte SEV-Präsident Giorgio Tuti.

An der Kundgebung beteiligt sich auch der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse. Es gehe darum, von der Politik mehr Respekt für die zuverlässige, präzise und ehrliche Arbeit einzufordern, die den von den Banken zerstörten guten Ruf der Schweiz in der Welt begründet habe, sagte Präsident Martin Flügel.

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