Wahlen 2011

Gewerkschaft Unia lanciert Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit

Keine Ausgrenzung von Ausländern - dafür kämpft die Gewerkschaft Unia (Symbolbild)

Keine Ausgrenzung von Ausländern - dafür kämpft die Gewerkschaft Unia (Symbolbild)

Die Gewerkschaft Unia hat am Montag eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit lanciert. Mit Postkarten, Fahnen und einem Aktionstag will sie ein Zeichen gegen das «in der Schweiz herrschende Klima der Ausgrenzung» setzen.

Schmutzige Operationssäle, vernachlässigte Betagte, Ärztemangel und keine neuen Eisenbahntunnels: Ohne ausländische Arbeitskräfte wäre die Schweiz weitaus weniger komfortabel, ist die Gewerkschaft Unia überzeugt. Statt Anerkennung schlügen Menschen mit ausländischen Wurzeln hierzulande aber oft Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit entgegen.

"Rechtspopulistische Kreise bewirtschaften die Ausländerfrage seit Jahren und vergiften das gesellschaftliche Klima auf gefährliche Art und Weise", teilte Unia mit. Diesen Kreisen gehe es nicht um Lösungen, sondern sie polemisierten gegen Einwanderer, um bei den Wahlen besser abzuschneiden. Nun sei es an der Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.

Mit ihrer Kampagne "Ohne uns, keine Schweiz. Stopp Fremdenfeindlichkeit" will die Gewerkschaft jenen Menschen eine Stimme geben, welche die "Hetzkampagnen satt haben". Zudem müsse endlich auch die grosse Bedeutung der ausländischen Mitmenschen für die Schweiz aufgezeigt werden.

Postkarten und Fahnen

In den nächsten vier Monaten verteilt die Unia an ihre Mitglieder Postkarten mit Botschaften gegen Fremdenfeindlichkeit; unter der Webseite www.ohne-uns-keine.ch können Interessierte Fahnen mit dem Kampagnen-Slogan bestellen und diese vor den Fenstern zu Hause oder am Arbeitsplatz aufhängen. Geplant sind auch Aktivitäten auf öffentlichen Plätzen.

Zum Abschluss der Kampagne findet am 17./18. Dezember ein internationaler Migrationstag statt. Dieser war im Februar am Weltsozialforum in der senegalesischen Hauptstadt Dakar beschlossen worden. Für die Schweiz hat Unia die Koordination übernommen.

Kritik an der SVP

Mit ihrer Kampagne zielt die Gewerkschaft auch auf die SVP: "Wie fühlt man sich wohl als ausländischer Tourist, der als erstes am Bahnhof ein Plakat sieht, auf welchem suggeriert wird, die Ausländer würden die Schweiz wie eine Armee bedrohen?", fragte Rita Schiavi, Geschäftsleitungsmitglied der Unia, vor den Medien in Bern.

Sie sprach damit die Plakate an, mit denen die SVP für ihre Volksinitiative "gegen Masseneinwanderung" wirbt.

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