Immer mehr Schulabgänger strebten einen modernen und bequemen Beruf an, sagte Zuppiger in einem am Dienstag veröffentlichten Interview im "St. Galler Tagblatt" und in der "Zürichsee-Zeitung". Berufe, die handwerkliches Geschick erforderten und bei denen die Hände schmutzig würden, "interessieren immer weniger".

Er fordert eine klare Selektion an den Oberstufen und Gymnasien nach der Devise "lieber etwas weniger und bessere Akademiker". Im Ausland könnten keine Lehrlinge angeworben werden, denn dort gebe es ebenfalls Nachwuchsmangel. "Es wird eher so sein, dass man in der Not Arbeitskräfte aus Billiglohn-Ländern holt."

Ein Umdenken forderte der Gewerbeverbandspräsident und SVP-Nationalrat von Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern. Vielfach rieten sie Jugendlichen aus falsch verstandenem Stolz zu einer akademischen Ausbildung oder einer kaufmännischen Lehre.

Damit auch schlecht integrierte und kaum Deutsch sprechende junge Leute eine Lehre machen könnten, seien Schulen, Eltern und Behörden gefordert, bessere Voraussetzungen zu schaffen. Das könne nicht Aufgabe der Lehrbetriebe sein. Doch: "Wir müssen damit leben, dass gar nicht alle fähig oder willens sind, eine Lehre zu machen."

Schwierigkeiten bei der Suche nach Lehrlingen und Lehrtöchtern dürften vor allem handwerkliche Berufe, das Baugewerbe und die Gastronomie haben, wie Zuppiger ausführte. Engpässe gebe es auch bei körperlich anstrengenden Berufen wie etwa Forstwart. Klagen über Nachwuchsmangel höre er auch im Gesundheitswesen.