Die MWST-Erhöhung lasse sich nicht von heute auf morgen umsetzen, erklärte sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler an der Jahresmedienkonferenz der Dachorganisation der Schweizer KMU in Bern. Für die kleinen und mittleren Unternehmen seien solche Anpassungen mit hohem Aufwand und Kosten verbunden.

Komme hinzu, dass sich die MWST-Erhöhung gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise nicht auf den Konsumenten überwälzen lasse.

Die Notwendigkeit der Erhöhung bestreitet der sgv nicht. Eine Parole für die vom Bundesrat vom 17. Mai auf den 27. September verschobene Abstimmung fasste der Verband aber noch nicht.

Er will zuerst den Erfolg einer dringlichen Interpellation von sgv-Präsident und Nationalrat Edi Engelberger (FDP/NW) für die Verschiebung abwarten.

Obwohl der Gewerbeverband bei der IV-Zusatzfinanzierung noch mitspielt, erteilt er künftigen Begehren für neue Abgaben zugunsten der Sozialwerke eine Absage. Nötig sei ein Paradigmenwechsel: Die Leistungen seien den Finanzen anzupassen und nicht umgekehrt.

Die Erwerbsersatzordnung schreibe wegen der Mutterschaftsversicherung jährlich ein Defizit, illustrierte Bigler die Lage. Die Arbeitslosenversicherung habe ihre Schulden in der Hochkonjunktur kaum abgebaut.