Zoo Zürich

Gewagte Auswilderung: Der Weg eines Schweizer Nashorns zurück nach Afrika

Zoo Zürich Jungtier: Ostafrikanisches Spitzmaulnashorn Olmoti

Aufnahme von Nashorn Olmoti kurz nach der Geburt am 28. Dezember 2014 im Zoo Zürich.

Nashorn Olmoti aus dem Zoo Zürich wird in Ruanda ausgewildert. Kein einfaches Unterfangen.

Die Reise wird abenteuerlich: Im Januar steigt die Nashorndame Olmoti – eine gebürtige Schweizerin, die ihre ersten Schritte im Zoo Zürich gemacht hat – in eine Kiste und wird mit einem Frachtflieger 6000 Kilometer in den Süden transportiert. Ihr Ziel: der Akagera-Nationalpark im zentralafrikanischen Ruanda. Dort wird das vierjährige Spitzmaulnashorn zusammen mit vier Artgenossen ausgewildert.

Einst zogen Hunderte Nashörner durch die grünen Weiten Ruandas. Doch der Bürgerkrieg in den 90er-Jahren zerstörte ihren Lebensraum. Die Wilderei grassierte, die Wälder wurden abgeholzt, die Nashörner ausgerottet. Erst im vergangenen Jahr gelang es lokalen Naturschützern, 18 der seltenen Tiere wieder im Park anzusiedeln. Olmoti soll den Genpool auffrischen und für Nachwuchs sorgen.

Das Spitzmaulnashorn Olmoti (im Bild 9 Monate alt) ist mit seiner Mutter im Zoo Zürich aufgewachsen.

Das Spitzmaulnashorn Olmoti (im Bild 9 Monate alt) ist mit seiner Mutter im Zoo Zürich aufgewachsen.

Vorbereitungs-Camp in Tschechien

Alex Rübel, Direktor des Zoos Zürich, freut sich, dass ein Spross seines Tierparks bald durch die ruandische Savanne zieht. «Als Zoo ist es eines unserer Ziele, die Wildtierbestände zu schützen», sagt Rübel. Olmoti wird derzeit in Tschechien auf ihr Leben in freier Wildbahn vorbereitet. Es gehe vor allem darum, das Tier an sein natürliches Futter anzugewöhnen. «Andere Vorbereitungen sind nicht nötig. Von Raubtieren geht für wilde Nashörner kaum Gefahr aus», erklärt der Zürcher Zoo-Direktor.

Olmoti ist nicht das einzige Schweizer Zootier, das ein zweites Leben in Freiheit erhält. In diesem Jahr hat der Zoo Zürich bereits mehrere der bedrohten Waldrappen-Vögel ausgewildert. Für Schlagzeilen sorgte auch der damals zweijährige Flusspferdbulle Farasi, einer der Besucherlieblinge im Basler Zolli. Der Zoo konnte das Männchen nicht behalten und suchte nach einem geeigneten Auswilderungsprojekt. Farasi drohte der Todesbolzen, falls kein Platz hätte gefunden werden können. Heute lebt er in Südafrika.

Auch die Schweiz selber hat sich jüngst als ideale zweite Heimat für einst gefangene Tiere erwiesen. Seit Kurzem streift der Braunbär Napa durch das Bärenland Arosa – fast in freier Wildbahn. Napa lebte einst als Zirkusbär in Serbien und wurde von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten befreit.

Bilder von Olmoti als Baby in Zürich:

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