Sexgewerbe

Gesetz fürs Sexgewerbe

Der Grosse Rat will klare Regeln für das Sexgewerbe und Schutz der Prostituierten vor den Strippenzieher im Hintergrund.

«Wir müssen hinschauen und nicht verschämt wegschauen», rief Motionärin Christine Häsler
(Grüne/Wilderswil) die Grossräte dazu auf, ihren Vorstoss zu überweisen. Mit Häsler forderten auch die Mitmotionäre Adrian Kneubühler (FDP/Nidau), Andres Blank (SVP/Aarberg) und Elisabeth Hufschmid (SP/Biel) ein Gesetz für das Sexgewerbe.

Das Anliegen stiess auf breite Zustimmung. Hans Baumberger (FDP/Langenthal) sagte, «die Strippenzieher operieren im Graubereich». Ein Gesetz sei notwendig. Seine Fraktionskollegin Katrin Zumstein (Bützberg) kritisierte, die Antwort des Regierungsrates - er beantragte lediglich ein Postulat - sei mutlos. å «Wenn der Bund nicht handeln will, dann soll der Kanton vorangehen und die Doppelmoral beseitigen.» Auch die EVP begrüsse die Motion, sagte Daniel Steiner (Langenthal): «Es braucht klare staatliche Kontrollen für das Gewerbe, das die meisten gar nicht wollen.» Für die SVP sagte Christian Hadorn (Ochlenberg), seine Fraktion sei für die Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung. «In keinem anderen Gewerbe ist die Dunkelziffer so hoch.» Namens der SP kündigte Markus Meyer (Roggwil) Unterstützung an. Es sei jedoch fraglich, ob dafür gleich ein neues Gesetz notwendig ist. Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) versprach bei einer Überweisung der Vorstosses beides: «Wir arbeiten ein neues Gesetz aus, schauen aber auch, ob das Problem mit Ergänzungen der bestehenden Gesetze zu lösen ist.» Mit 136 zu 6 Stimmen überwies der Rat die Motion. (uz)

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