Kantonsverwaltung

Geringe Differenzen

Frauen verdienen in der Kantonsverwaltung durchschnittlich 2.5 % weniger als ihre männlichen Kollegen. (Archiv)

Geld

Frauen verdienen in der Kantonsverwaltung durchschnittlich 2.5 % weniger als ihre männlichen Kollegen. (Archiv)

Die Frauen der Kantonsverwaltung erhalten durchschnittlich 2,5 Prozent weniger Lohn als die Männer. Diese «geringe Differenz» deckt eine extern erfolgte Überprüfung auf.

Bruno Utz

Die Lohndaten von fast 17 000 Mitarbeitenden (46 Prozent Frauen) seien vom Büro Bass AG in Bern nach einer vom Bund bei Kontrollen angewandten Methode überprüft worden, informiert die Staatskanzlei. Insgesamt verdienten die beim Kanton angestellten Frauen im Durchschnitt 19,3 Prozent weniger als die Männer.

«Diese Differenz im Durchschnittslohn kann weitestgehend so erklärt werden, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezüglich ihrer persönlichen Qualifikation, ihrer beruflichen Stellung und in den Anforderungen ihrer Arbeitsplätze unterscheiden», heisst es dazu.

Nicht erklärbar sei eine geschlechtsspezifische Lohnungleichheit von 2,5 Prozent zu Ungunsten der Frauen. Diese Lohndifferenz sei jedoch gering. Sie liege deutlich unterhalb der Werte der Privatwirtschaft, jener der Stadtverwaltung Bern und der Bundesverwaltung. Auch erreiche sie bei weitem nicht die für Kontrollen im Beschaffungswesen des Bundes geltende Toleranzschwelle von fünf Prozent. Vom Resultat habe der Regierungsrat mit Befriedigung Kenntnis genommen. Unmittelbarer Handlungsbedarf sei nicht gegeben. Die Analyse bestätige jedoch, dass Frauen in der kantonalen Verwaltung auf sämtlichen Kaderstufen und in weiteren anspruchsvollen, qualifizierten Funktionen untervertreten seien.

Kropf: Kanton muss aktiv werden

Die Untersuchung ausgelöst hat Grossrat Blaise Kropf (Grüne/Bern) mit einer vom Grossen Rat im Januar 2008 überwiesenen Motion. «Dass die effektive Lohndifferenz nur 2,5 Prozent beträgt, freut mich», sagt Kropf. Trotzdem müsse weiter daran gearbeitet werden, den Unterschied zu reduzieren. Keine Freude habe er daran, dass die Frauen im Schnitt fast 20 Prozent weniger verdienen als die Männer. «Da muss der Kanton aktiv werden, etwa indem mehr Frauen in Kaderpositionen aufsteigen.» Auch seien die Löhne von Berufsgruppen mit hohem Frauenanteil unter die Lupe zu nehmen.

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