Gericht in Tibet verhängt Todesstrafen wegen Aufstands im März 2008

Flagge der Tibeter (Archiv)

Flagge der Tibeter (Archiv)

Im bislang härtesten Urteil nach den blutigen Unruhen in Tibet vor gut einem Jahr sind zwei Menschen zum Tode verurteilt worden. Bei zwei weiteren Todesurteilen setzte das Gericht in der tibetischen Hauptstadt Lhasa die Vollstreckung für zwei Jahre aus.

Dies bedeutet in der Regel lebenslange Haft, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtete. Ein fünfter Angeklagter wurde demnach direkt zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Das Gericht befand die Angeklagten schuldig, durch Brandstiftung im März 2008 in Lhasa den Tod von sieben Menschen verursacht zu haben. In einen vorangegangenen Urteil im Februar wurden 76 Menschen wegen der gewaltsamen Proteste gegen die Führung in Peking zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Unruhen um den Jahrestag des Aufstandes in Tibet im Jahr 1959 hatten von der Hauptstadt Lhasa auf verschiedene Teile Tibets übergegriffen und auch angrenzende Regionen mit tibetischer Bevölkerung erfasst.

Nach Angaben der tibetischen Exilregierung wurden bei der Niederschlagung der Proteste mehr als 200 Tibeter getötet und rund tausend weitere verletzt. Die chinesische Regierung räumte die Tötung eines Tibeters ein und warf den Aufständischen vor, sie hätten 21 Menschen getötet.

China, das den Himalayastaat 1951 besetzt hat, sieht Tibet als Teil seines Staatsgebiets an. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, lebt seit 1959 im Exil.

Meistgesehen

Artboard 1