Urteil

Gericht entscheidet: Kormoran ist kein Schädling

Jetzt ist es amtlich: Die Kormorane am Neuenburgersee sind keine Schädlinge. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Sie dürfen daher auch nicht dezimiert werden, wie die Fischer und das Bundesamt für Umwelt wollten.

Das Bundesamt für Umwelt (BafU) hatte einer Dezimierung der Kormoran-Kolonie zugestimmt. Das Amt war der Ansicht, dass die ie Berufsfischer in Bieler-, Murten- und Neuenburgersee wegen dem gefräsigen Vogel Einkommenseinbussen erlitten. Es hiess ein entsprechendes Gesuch der Kantone Neuenburg, Waadt und Freiburg daher gutgeheissen.

Danach hätten mit Uferbarrieren, dem Entfernen alter Nester und dem Besprayen der Eier mit Öl die Wasservögel daran gehindert werden sollen, sich weiter zu vermehren.

Gegen eine solche Regulierung der Kormoranbestände im Naturschutzgebiet Fanel im oberen Neuenburgersee zogen die Schweizer Umweltverbände Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Pro Natura und Helvetia Nostra vor Gericht und haben nun Recht bekommen. Das Bundesverwaltungsgericht pfeift das BafU und die Kantone nun zurück.

Darf im Winter gejagt werden

Das Gericht vermochte keine untragbaren Schäden für die Fischer zu eruieren. Für das Gericht ist der Kormoran ein einheimischer Brutvogel - mehr nicht, aber auch nicht weniger. Als solcher ist er während der Fortpflanzungszeit geschützt, im Winter darf es dagegen gejagt werden.

Das Urteil des schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts ist nicht das einzige in diesem Sinn. Bereits im März hatte das Verwaltungsgericht im deutschen Baden-Württemberg Eingriffe in eine Kormorankolonie am Untersee, wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, aus den gleichen Gründen als nicht rechtmässig beurteilt. (rsn)

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