Geothermie

Geothermie-Plan schürt Ängste im Fricktal

Basler Bohrungen: Nach Erdbeben scheitert das Geothermie-Projekt.

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Basler Bohrungen: Nach Erdbeben scheitert das Geothermie-Projekt.

Ob sich der Raum zwischen Bad Säckingen und Lottstetten für den Bau eines Geothermie-Kraftwerks eignet, sollen Studien herausfinden. Nach Pannen bei dem Geothermie-Projekt in Basel steht aber die Erdwärme in der Bevölkerung nicht hoch im Kurs.

Andreas Gerber/Peter Rombach

Die gesamte Technik ist unter Generalverdacht geraten. Dennoch: Auch die deutsche, überwiegend an den Aargau grenzende Hochrheinregion wird derzeit nach ihrer Geothermie-Tauglichkeit abgeklopft. Das südbadische Regierungspräsidium in Freiburg hat der GKW Hochrhein-GmbH eine Konzession zur geologischen Erkundung erteilt. An dem Unternehmen ist unter anderem die Zürcher Geowatt AG beteiligt, die internationale Erfahrungen mit Geothermie-Kraftwerken (GKW) hat. In den kommenden Jahren könnten Erkundungsbohrungen durchgeführt werden. Aber noch fehlen die Investoren - was auch am ramponierten Ruf der Erdwärme liegt.

Seit der Diskussion um Erderwärmung und Klimawandel läuft die fieberhafte Suche nach regenerativer Energiegewinnung. Eine davon ist die Nutzung der Erdwärme - sauber und umweltfreundlich. Doch seit Basel wollen viele solche Bohrungen nicht in ihrer Nähe haben. Das weiss auch Professor Thomas Kohl, geschäftsführender Gesellschafter der GKW, die den Hochrhein wohl deshalb lieber im Stillen erkundet.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen sollen Ende des Jahres vorliegen, sagt Thomas Kohl im Gespräch mit dem «Südkurier». Aber der Wissenschafter Kohl ist sich schon jetzt sicher: «Der Hochrhein ist sehr interessant für die Erdwärmenutzung.» Das hätten die bisherigen Ergebnisse bestätigt. Welche Gebiete am Hochrhein besonders geeignet sind, will er noch nicht sagen. Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen.

Kann es Probleme wie in Basel geben? Kohl winkt ab. In Basel seien Fehler gemacht worden. Wasser sei in eine Erdbebenzone gepresst worden. Doch die Auswirkungen seien zuvor nicht genügend bedacht worden. «Wenn man solche Projekte richtig konzipiert, sind sie ungefährlich», behauptet der Geophysiker.

Besteht Gefahr für die Bad Säckinger Kurquellen? Kohl will auch dies ausschliessen. Die Erdwärmebohrungen würden nicht das Heilquellenschutzgebiet tangieren. Durch die Geothermienutzung werde dem Untergrund kein Thermalwasser dauerhaft entzogen. Ausserdem lägen die Bereiche für Erdwärmenutzung mit bis zu 5000 Meter wesentlich tiefer als die der Thermalvorkommen (1000 Meter).

Planungsverband weiss nichts

Von den Erkundungsabsichten in der südbadischen Nachbarschaft, also von geologischen und verfahrenstechnischen Möglichkeiten zur praktischen Nutzung geothermischer Energie ist der Planungsverband Fricktal Regio nicht informiert. Geschäftsführer Gerry Thönen spricht lediglich den «traurigen Fall Basel» an.

Im Dezember 2006 zerstörte ein Erdbeben der Stärke 3,4 auf der Richterskala die Geothermieträume. Seinerzeit hatte die Geopower AG schon 56 Millionen Franken in das Projekt investiert, doch die Injektion von Wasser ins 5000 Meter tiefe Bohrloch wurde sofort beendet. Es folgte der Abbau der Bohranlagen. Eine Risikoanalyse ergab Ende 2009, dass Basel auch in Zukunft zu den erdbebengefährdeten Gebieten gehöre.

Vor diesem Szenario hält es Gerry Thönen für wichtig, frühzeitig über Geothermie-Projekte ennet am Rhy informiert zu werden und setzt dabei auf die gute Nachbarschaft. «Die Regionalplanung muss am Verfahren beteiligt werden.» Dass es auch funktionierende Kraftwerke gibt, weiss er. Im elsässischen Soultz-sous-Foret nutzt ein Forschungskraftwerk erfolgreich die Erdwärme.

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